sf-gamers.de: Civilization IV Civilization IV ================================================================================ admin on 30 October, 2005 11:11:00 Der erste Teil der Quadrologie stammt bereits aus dem Jahr 1991 und wurde damals noch unter dem Label von Microprose veröffentlicht und nach wie vor fesselt das Spielprinzip einen vor dem Computer. Der Beginn des Spiels ist nach wie vor 4000 v. Chr. und es gilt seine Zivilisation erfolgreich ins 21. Jahrhundert zu führen. Dabei werden einem verschiedene Fähigkeiten abverlangt, nur wer dabei taktisch klug und ökonomisch erfolgreich vorgeht und dabei neue Stadtgründungen und nicht zuletzt das wohl seiner Bevölkerung im Auge behält, wird die Jahrhunderte überleben. Civilization 4, dessen Release extra um eine Woche vorgezogen wurde, um einen Vorsprung vor Age of Empires 3 zu erhalten, bricht aber mit der bisherigen Tradition und präsentiert sich in einem zoombaren 3D Gewand. Ein klarer Vorteil der neuen Technik ist dabei, dass man schon auf der Hauptkarte erkennt, welche Bauwerke in einer Stadt vorhanden sind. Doch nicht alle Bereiche der neuen Grafikengine können überzeugen, so wirken die Bewegungsanimationen der einzelnen Einheiten unrund und nicht jede Zoomstufe ist sinnvoll, da in einem zu kleinen oder zu groß gewählten Bereich die, ohnehin schlechte, Übersicht verloren geht. Hinzu kommt, dass auf höheren Auflösungen die meisten Buttons nicht mehr zu erkennen sind. Neu integriert in Civilization 4 sind Religionen und ein Staatsbaukastensystem, das einem die Wahl lässt, ob man unter anderem lieber einen Polizeistaat mit Sklaverei oder Leibeigenen und einer Wirtschaft im staatsbesitzt oder eine blühende Demokratie mit freier Marktwirtschaft führt. Wobei verschiedene Kombinationen möglich sind. Außerdem spielt die Gesundheit nun eine größere Rolle, da z.B. ein Trockendock oder ein Labor in der Stadt den Wert herabsenkt, wohingegen ein Aquadukt oder ein Krankenhaus einen positiven Effekt haben. Neue Einheitentypen hingegen sucht man mit der Lupe, lediglich ein Arbeitsschiff, welches im eigenen Kulturbereich als Fischereischiff oder gar als Bohrinsel fungieren kann. Außerdem können nun berühmte Persönlichkeiten in einer Stadt geboren werden und einen Beitrag zur Forschung, Religion oder Kultur leisten. Komplett überarbeitet wurden die Wunder und es gibt, wie schon im 2.Teil vorhanden, Wundervideos, die aber im Gegensatz zu den vollmundigen Versprechungen im Vorfeld recht blass bleiben und dabei noch beim Sound stottern. Was leider nicht der einzige Bug im Spiel ist, so verderben auch zahlreiche Grafikfehler (für ATI Karten, bei denen es erhebliche Probleme gab, gibt es aber einen ersten Patch) den Spielspaß. Auch die KI (Künstliche Intelligenz) wirkt noch unreif, da sie im Gegensatz zu der aggressiven und unberechenbaren KI aus dem 3. Teil ehr harmlos wirkt. Auch Kriegsschiffe auf Patrouille wirken ehr orientierungslos als das sie wüssten was sie tun, obwohl die Möglichkeit viel mehr als in den vorherigen Teilen automatisch ablaufen zu lassen eine sinnvolle Neuerung ist. Die Siegbedingungen sind fast identisch mit den anderen Teilen, man kann entweder als erstes ein Raumschiff nach Alpha Centauri starten lassen, über die Vereinten Nationen einen Diplomatiesieg erringen oder ganz einfach alle Gegner von der Karte tilgen. Fazit: Für diesen Artikel habe ich mehrere Probespiele und Szenearios (Weltkarte, Wüstenkrieg im 2. Weltkrieg, Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg) gestartet und ein Match im Schwierigkeitsgrad König bis zum Bitteren Ende durchgespielt, wo ich mit tausend Punkten Vorsprung und allen Weltwundern der moderne eine Runde vor dem Start meines Raumschiffs verloren habe, da mir ein Computergegner zuvor kam, doch das schlimmste daran war, das es mir egal war, da mich anders als bei den anderen Teilen der Reihe diesmal nicht der typische Civ- Virus infiziert hat und ich froh war das zähe Spiel endlich beendet zu haben und dabei habe ich mir bei allen vorherigen Teilen wochenlang die Nächte um die Ohren geschlagen. Die 3D Grafik wirkt für mich wie das sprichwörtliche 5. Rad am Wagen und ist überflüssig, da auch der dritte Teil eine tolle Grafik besitzt, die zudem viel übersichtlicher ist. Des weiteren habe ich die neue Idee, dass für eine Einheit 2-3 Einheitensymbole dargestellt werden, sofort wieder über die Optionen geändert, insgesamt gesagt wurde mehr verschlimmbessert als sinnvoll modernisiert.