sf-gamers.de: Culpa Innata Culpa Innata ================================================================================ admin on 21 January, 2008 10:05:00 Das Spiel richtet sich eher an ernstere Spieler und zeichnet ein düsteres Bild der Zukunft. Wo die meisten Nationalstaaten aufgelöst und unter dem Banner der Weltunion vereinigt sind. Die übrig geblieben Nationalstaaten wie Russland, China oder Indien werden als Schurkenstaaten bezeichnet und deren Bürger bestenfalls als zweitklassig abgestempelt. Das Spiel strotzt dabei vor Gesellschaftskritik und erinnert an das hervorragende Adventure The Moment of Silence und auch etwas an den Film Blade Runner und genau wie bei Ridley Scotts Meisterwerk hasst oder liebt man es. Der Wert eines Menschen wird dabei auf eine Zahl reduziert  den Human Development Index (HDI). Und dieser ist je höher desto Egoistischer, Reicher oder Rücksichtloser man ist. Sex dient nur noch dem Vergnügen und jeder Mensch, der nicht mehrere Sexualpartner gleichzeitig hat, gilt als unnormal. Kinder werden nicht mehr von ihrem Eltern erzogen, sondern in speziellen Einrichtungen indoktriniert. Innerhalb der Weltunion gibt es keinen Hunger, Krankheiten oder Kapitalverbrechen mehr und Imageberater stehen über dem Gesetz. Man selbst schlüpft dabei in die Rolle der Friedensermittlerin Phoenix Wallis der GFSN und soll ein unfassbares Verbrechen aufklären, denn in Russland ist doch tatsächlich ein Weltunionsbürger mit einer Handfeuerwaffe ermordet worden. Wir beginnen also mit unseren Ermittlungen und verhören die Sexualpartner des Opfers und stochern in seiner Vergangenheit rum. Nebenbei erfahren wir das sich auch noch ein tragischer Unfall abgespielt hat und ein angesehner Professor auf dem Gebiet der Weltunion einen tödlichen Unfall erlitten hat. Während unserer Ermittlungen kommen wir dabei so langsam hinter das Geheimnis und müssen dabei zahlreiche Rätseleinlagen lösen und etliche Gespräche bestreiten. Die Rätsel sind dabei meist logisch aufgebaut und oft handelt es sich um einfache Schalterrätsel, die man auch durch ein bisschen rumprobieren lösen kann. Bei den Dialogen hat man oft mehrere Auswahlmöglichkeiten und je nachdem wie wir ein Gespräch führen, kommen wir zu einem unterschiedlichen Ergebnis, da das Spiel ein nicht lineares Gameplay besitzt und alleine deswegen schon der Wiederspielwert hoch ist. Doch leider ist es nicht immer ganz nachvollziehbar, warum ein Gespräch nicht die erhofften Informationen brachte und wir einen Tag später noch einmal die Person aufsuchen müssen. Die Steuerung ist dabei genretypisch, doch leider gibt es keine Funktion sich alle Hotspots anzeigen zu lassen. Eine besonders gelungene Idee ist dabei der PA, der Inventar, Karte und Kontaktliste vereint und falls nötig alles in unser Sichtfeld projiziert. Auch das es ein Schnellreisesystem gibt und die Laufwege auf ein Minimum reduziert werden ist positiv, doch leider müssen wir oft die gleichen Personen aufsuchen um an alle Informationen zu kommen. Leider kann die Grafik das hohe Niveau nicht halten und ist selbst für ein Adventure altbacken und dies trifft insbesondere auf die Hintergründe und Bewegungsanimationen zu. Die Gesichter hingegen sind gelungen und die Entwickler haben sich wirklich ernsthaft mit der Zukunft auseinandergesetzt und die zahlreichen Locations mit interessanten Technologien gefüllt. Die Hintergrundmusik ist in Ordnung, ohne groß aufzufallen und die meisten deutschen Synchronsprecher sind passend besetzt, wobei es hier aber auch einige negative Ausnahmen gibt (eigentlich eher untypisch für ein Spiel von dtp). Unser vorgehen wird von unseren Vorgesetzten genau beobachtet und Fehltritte werden durch einen Tadel geahndet, wobei unsere Spielfigur uns oft schon nach einer Aktion eine Einschätzung gibt, ob diese richtig oder falsch war. Leider gibt es in der Verkaufsversion technische Probleme und noch nicht einmal eine Autospeicherfunktion. Insbesondere unter Windows Vista kann das Spiel das ganze System zum Absturz bringen. Zwar gibt es einen ersten Patch (1.03) der die Probleme unter Vista eindämmen soll, doch konnten wir das Spiel auf einen Vista Rechner nicht zu Ende spielen da ein Bug bei einer wichtigen Gesprächsperson das Spiel immer abstürzen ließ. Unter Windows XP hingegen sind uns solche Probleme hingegen nicht aufgefallen. Fazit: Culpa Innata ist ein gelungenes Adventure mit einer ernsten und spannenden Story, das leider einige technischen Schwächen aufweist. Wer mir der veralteten Optik Leben kann und nicht gerade unter Windows Vista spielen will, sollte dem Spiel eine Chance geben.