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Dreamfall - The Longest Journey

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Die norwegische Softwareschmiede Funcom liefert mit Dreamfall – The Longest Journey ein Adventure der Spitzenklasse ab, das obendrein noch ein paar Action- und Rollenspielelementen enthält und ein absoluter Pflichtkauf ist, sofern man mit zwei Einschränkungen leben kann.

Bereits 1999 erschien das preisgekrönte Point & Click Adventure The Longest Journey, dessen offizieller Nachfolger zwar gelegentlich darauf anspielt, aber ansonsten nicht mehr viel damit gemein hat. So ist die frei begehbare 3D-Grafik sehr beeindruckend, auch wenn einige Objekte in der Nahaufnahme ein paar Polygone mehr vertragen hätten und das ein oder andere Runde Objekt ziemlich eckig daherkommt. Des weiteren gilt es diesmal drei Charaktere durch verschiedene Welten zu steuern. So gibt es ein futuristisches Abbild unserer Welt, 200 Jahre in der Zukunft und darüber hinaus auch eine Parallelwelt Namens Arcadia, in der nicht die Wissenschaft sondern die Magie ausschlaggebend sind.   

Zu Beginn des Spiels schlüpft man in die Rolle von Zoe Castillo, in einer futuristischen Version der Stadt Casablanca und eigentlich hat Zoe gerade ihr Studium abgebrochen und befindet sich in einer wenig beneidenswerten Phase, in der sie ihr ehemaliger Freund um einen kleinen Gefallen bittet, der der Beginn einer faszinierenden Reise ist und Zoe rund um die Welt und in eine andere Dimension verschlägt.

Zoe meistert sich dabei schnell von einer gelangweilten jungen Frau, die sich über ihre Zukunft im unklaren ist zu einer richtigen Spionin und verfügt obendrein über ein besonderes Talent, das es ihr ermöglicht im Traum neue Welten zu erforschen.

Dabei klappt die Steuerung problemlos, sofern man über ein Gamepad verfügt, denn mit Maus und Tastatur ist es schon ein Abenteuer für sich Zoe durch die schmalen Gassen zu lenken, von den wenigen hektischen Spielabschnitten und Kämpfen ganz zu schweigen.

Dabei baut das Spiel im Laufe des Abenteuers eine ungeheure Spannung auf und man will unbedingt wissen, wie es weiter geht, bevor das enttäuschende Ende über einen hereinbricht, da viele Handlungsabschnitte unbeantwortet bleiben und man nur hoffen kann, dass es noch einen weiteren Teil gibt.  

Neben Zoe darf man im Spiel auch noch die aus dem ersten Teil bekannte April Ryan steuern, die sich in der Parallelwelt im Kampf gegen einen übermächtigen Gegner befindet und mit ihrer kleinen Rebellengruppe tapfer kämpft, bevor man in die Haut des Apostels Kian schlüpft, der weniger durch seine Predigten als durch seine Schwertkünste überzeugt. Die Schicksale aller drei Charaktere sind dabei miteinander verflochten und im Verlauf der Handlung sind die Übergänge fließend, was es zwar nicht einfach macht der Story zu folgen, dafür aber frischen Wind ins Genre bringt und für sehr viel Abwechslung sorgt.

Die Rätsel sind dabei logisch aufgebaut und im Gegensatz zu anderen Adventures sind diese sehr einsteigerfreundlich, was für erfahrene Fans des Genre aber bedeutet, das diese wenig fordern sind.

Die Entwickler ließen sich bei ihrer Arbeit auch von Filmen wie The Ring inspirieren und das Spiel ist mit vielen Cut Scenen gespickt, die die Story voranbringen. Leider verzichteten die Entwickler dabei auf eine Karte und eine Schnellreisefunktion, weshalb zum Teil längere Laufabschnitte zu absolvieren sind.

Dafür bietet das Spiel einen erstklassigen Soundtrack und eine äußerst gelungene Synchronisation und zumindest bei den Gesprächen gibt es mehrere Auswahlmöglichkeiten, wobei die eigentliche Handlung aber streng linear ist.

Leider gibt es mit den aktuellen Nivida Treibern (84.21) ein Problem, weshalb man zu einer Vorgängerversion greifen sollte.  

Fazit:

Dreamfall – The Longest Jouney ist für mich das beste Adventure, das dank einer spannenden Story, einem erstklassigen Soundtrack und einer gelungenen Grafik, eine unglaubliche Atmosphäre aufbaut und obendrein auch mit humorvollen Dialogen glänzen kann. Insbesondere die sprechende Krähe mit dem passenden Namen Crow hat dabei einiges zu bieten, wenn er z.B. darüber nachdenkt ob eine aufgeschnappte Therapiemethode von einen Therapeuten oder doch eher Psychopathen stammt.

Leider können einem die gewöhnungsbedürftige PC Steuerung und das viel zu abrupte Ende mit seinen zahlreichen offen Fragen den Spielspaß nachhaltig verderben und ich hoffe wirklich das in einem dritten Teil diese Fragen beantwortet werden, andernfalls hätten die Entwickler wirklich einen Besuch von einem glatzköpfigen Typen mit einer Strichcodetätowierung auf dem Hinterkopf, der immer seine Klavierseiten dabei hat, verdient.

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Gaming review
  • Publisher: ANACONDA / dtp
  • Developer: Funcom
  • Platform: PC
  • Genre: Adventure
  • Editor rating: 18*
  • Release date: 2006-05-26