sf-gamers.de: Earth 2160 Earth 2160 ================================================================================ admin on 12 February, 2005 06:42:00 Eines gleich vorweg, selten ist ein Computerspiel heute so gut ausgestattet wie Earth 2160, denn neben einer Pappschachtel mit Bewegungssensor und LEDs gibt es auch ein gutes und ausführliches Handbuch, eine Technologieübersicht und den Soundtrack auf einer beiliegenden CD und dies nicht etwa in einer Collectors Edition sondern in der ganz normalen Verkaufsversion. Die zu Weihnachten 2005 erschienene Special Edition hingegen enthält neben Earth 2160 auch noch die beiden Vorgänger samt sämtlicher Addons. Leider wird dieser positive Eindruck dadurch getrübt, dass anstatt eines Kopierschutzes auf der DVD eine Registrierung und Aktivierung über das Internet oder Telefon notwendig ist. Im Intro des Spiels wird auf die Geschehnisse der vorangegangenen Teile eingegangen und die Flucht von der Erde erklärt. Doch wie es bei den Menschen so ist, wird aus den Fehlern nicht gelernt, weshalb der Kampf auf dem Planeten Mars weitergeht. Neben den bekannten Fraktionen wie die Eurasian Dynasty (ED), der von Frauen dominierten Lunar Corporation (LC) und der United Civilized States (UCS), gibt es auch eine neue Partei von Aliens, welche auf Transformationen setzen und unter anderem dem Spieler mit extrem kampfstarken Raumschiffen zusetzen. Alle vier Parteien unterscheiden sich dabei grundlegend voneinander, was sowohl den Basisaufbau als auch die verwendeten Einheiten betrifft. So reiht die ED alle ihre Gebäude aneinander, während die LC ihre Komplexe aus den Orbit zum Zielpunkt schickt und die UCS Drohnen zum Bau einsetzt, die innerhalb der Reichweite eines Kraftwerks liegen müssen. Die Einheiten lassen sich dabei individuell gestalten und basieren auf den Forschungsergebnissen, dabei kommt es auf den Gegner an, mit welchen Waffensystemen sie ihre Einheiten ausrüsten sollten, da es keine universellen Patentrezepte gibt. In Kampf gegen die Aliens haben sie die besten Chancen mit den Kampfpanzern der ED, wenn diese eine chemischen Panzerung und Panzerbrechende- oder Laser-Geschütze besitzen. Chemische Kanonen wären in diesem Fall fatal. Wenn es aber gegen die Raumschiffe der Aliens geht, haben sie nur eine Chancen mit chemischen Raketen, da Lasergeschütze an den Schilden verzweifeln würden. Zu Beginn des Spiels können sie nur die ED und LC Kampagne starten und erst wenn diese durchgespielt wurden, haben sie auch Zugriff auf die Kampagnen der UCS und der Aliens. Die erste Mission der Eurasian Dynasty dient dabei als Tutorial und sie werden in das Spiel eingeführt. Die Karte ist dabei dreh und zoombar und die Grafik ist sehr beeindruckend und besonders die Explosionen und die Schilde können dabei überzeugen. Leider ist sowohl die Wegfindungs- KI als auch das Verhalten unter Beschuss der eigenen Truppen sehr beschränkt, weshalb der Spieler seine Truppen stets im Auge behalten sollte. Besonders ärgerlich ist, dass in der Verkaufsversion noch zahlreiche Fehler enthalten sind, von denen die meisten erst durch den Patch 1.3.7 behoben werden und erst ab Version 1.3.5, so etwas wie Formationen vorhanden sind, denn vorher ist jede Einheit so schnell sie konnte losgefahren, so das die ersten leichten Einheiten schon Gegnerkontakt hatten, bevor die schweren Panzer überhaupt in der Nähe waren. Und auch andere Punkte der Verkaufsversion wurden inzwischen durch die Patches beseitigt, so wurde der extrem hohe Schwierigkeitsgrad, der Anfänger verzweifeln lies, auf der niedrigsten Stufe reduziert und schon das erste Update fügte dem Spiel die Synchronstimme von Bruce Willis (Manfred Lehmann) hinzu, aber nach wie vor sind einige Synchronsprecher und Dialoge unpassend und zerstören ein Teil der Atmosphäre des Spiels. Ebenfalls ein Spaßkiller, zumindest für mich, ist der Umgang mit den Monden und Planeten unseres Sonnensystems, so sind einige Namen falsch geschrieben und der Jupitermond Io, der in Wirklichkeit ein heißer Vulkanmond ist, ist im Spiel eine Eiswelt. Auch der Saturnmond Titan, der von einem für optisches Licht undurchdringlichen Schleier umgeben ist und auf dem es Methan regnet, sieht im Spiel ganz anders aus. Auch können nicht alle Spezialwaffen überzeugen, so wird der Ripper der LC meist schon weit vor der gegnerischen Basis abgeschossen, da er sich, wie die anderen Flugeinheiten auch, viel zu langsam bewegt, doch können die meisten Flugeinheiten im Spiel mit einem schnelleren Antrieb ausgerüstet werden, so das sie zumindest schneller fliegen als die Infanterie läuft. Von der Story bekommen sie zunächst immer nur Bruchstücke mit, so gibt es in der ED Kampagne einen Aufstand auf Titan, mysteriöse Vorfälle auf Forschungsstationen die in zusammenhang mit den Aliens stehen und immer wieder Streitigkeiten mit der LC. Erst wenn sie die einzelnen Kampagnen durchgespielt haben verstehen sie die Zusammenhänge. Am meisten Spaß machen jedoch die Mehrspieler und Skirmish Gefechte, da die Karten des Spiels recht groß sind und die verschiedenen Forschungsmöglichkeiten zum Experimentieren einladen und gegen menschliche Spieler individuelle Taktiken nötig sind. Fazit: Earth 2160 ist der beste Teil der Serie und eines der besten Strategiespiele. Leider werden Anfänger durch den hohen Schwierigkeitsgrad abgeschreckt werden und viele Kleinigkeiten verderben den Sprung an die Genrespitze.