sf-gamers.de: Freelancer Freelancer ================================================================================ Marcel Kunzmann on 20 June, 2006 07:18:00 Freelancer hatte bereits vor Erscheinen schon einigen Wirbel verursacht, da das Spiel noch von Chris (Wing Commander) und Erin (Freelancer) Roberts designt wurde, das Entwicklerstudio Digital Anvil aber in finanzielle Schwierigkeiten geriet und von Microsoft 2001 aufgekauft wurde, worauf hin Chris Roberts die Firma verließ und das Konzept umgekrempelt wurde. Im 22. Jahrhundert bricht in unserem Sonnensystem Krieg aus: Die Allianz und die Koalition bekriegen sich so lange, bis schließlich die Allianz unterliegt, und sich gezwungen sieht, eine Gruppe von Schlafschiffen Richtung Sirius System zu schicken, um dort neu anzufangen. 800 Jahre Später kommen Sie ins Spiel: Edison Trent. Nach einem mysteriösen Angriff auf die Raumstation Freihafen 7, den Sie nur knapp überleben und auf der Suche nach Arbeit begegnen Sie der jungen Juni, die einem erstmal ein nettes Schiffchen und ein paar Aufträge als Freelancer organisiert. Im Laufe des Spiels können Sie ihr Schiff aufrüsten, oder sich auch ein neues zulegen. Das Raumschiff wird per Maus gesteuert. Gut gelungen sind den Entwicklern die realistischen Effekte und die vielseitige Spielwelt. Neben der spannenden Haupthandlung können Sie sich in Nebenquests auch als Kopfgeldjäger, Pirat oder Händler im All Geld verdienen. Es gibt immer irgendwelche Aufträge zu erledigen, und damit neue Ausrüstungen von dem verdienten Geld zu kaufen. Das macht das Suchtpotenzial von Freelancer aus. Der Einstieg ist recht schnell, jedoch muss man sich erst einmal an die anfangs etwas seltsame Menüführung gewöhnen. Hier wurde Potenzial durch unnötiges verkomplizieren verschenkt. Die Story ist durchweg spannend, genauso wie die aufwendigen Zwischensequenzen. Freelancer ist sehr vielseitig konzipiert, jedoch werden durch die vielen Möglichkeiten anfangs Einsteiger etwas überfordert. Allmählich stört auch die veraltete Grafik und die öden Soundeffekte im Kampf. Die Kämpfe selbst sind nicht sonderlich spannend gestaltet, weshalb anfangs das Spiel recht langweilig wirkt. Im späteren Verlaufe des Spieles wird man durch die tiefe Atmosphäre und die tolle Story wieder etwas versöhnlich gestimmt. Die Story entwickelt sich immer spannender weiter, und dafür sorgen nicht zuletzt die tollen Zwischensequenzen, die insgesamt rund 2 Stunden dauern. An manchen stellen wirkt das Spiel eher wie ein Film, was für eine stimmige Atmosphäre sorgt. Schade nur, wenn dann der praktische Teil, in dem der Spieler selbst handelt nicht gelungen ist. Langweilige Missionen, öde und einfache Kämpfe und seltsame Begriffe und Menüs stören den Spielfluss deutlich. Ein Beispiel für das schlechte Menüsystem: Wenn man auf einem Planeten landet, kann man sein Schiff ausrüsten. Diese Menüs sind jedoch unnötig verkompliziert worden, durch winzige und schwer zu erreichende Icons, durch nicht gerade selbsterklärende Menüführung und fehlende Anzeigen. Fazit: Freelancer ist kein schlechtes Spiel  aber der Kauf lohnt sich nicht. Freelancer hat einige gute Ansätze, wie etwa die Kämpfe oder der Multiplayer, welche aber nicht konsequent umgesetzt wurden. Wer spannende Weltraumschlachten will, der sollte lieber zu Darkstar One greifen.