sf-gamers.de: GTA San Andreas GTA San Andreas ================================================================================ Marcel Kunzmann on 01 October, 2006 07:05:00 Wer kennt es nicht, hat es nicht schon einmal gehört? GTA. In der erfolgreichen Spielreihe von Rockstar Games, die seit Ende der 90er Jahre besteht, geht es, wie der Name schon verrät, um Autodiebstahl. Man würde dem Spiel jedoch nicht gerecht werden, wenn man es als Autodiebstahlsimulation bezeichnen würde. Nein, in dieser Reihe geht es um viel mehr. Sie starten immer als Verbrecher, in einer Stadt, oder wie hier in San Andreas in einem ganzen Staat, und erfüllen Missionen, lernen Freunde kennen,... Sie spielen quasi das Leben eines Kriminellen nach. Bis auf die 3D Grafik hat sich an dem erfolgreichen Spielprinzip auch in GTA  San Andreas nichts geändert, es wurde höchstens erweitert oder verbessert. Sie sind Carl Johnson, CJ genannt. Nachdem Sie von der Ostküste der USA wieder zurück in ihre Heimatstadt Los Santos kommen, werden Sie erst einmal von dem korrupten Polizisten Tenpenny verhaftet, und in dem Gebiet ihrer Feinde, der Ballas rausgeworfen. Haben Sie ihre Heimatstraße, die Groove Street gefunden, müssen Sie erstmal den Kumpels in ihrer Gang aus der Patsche helfen, da die Jungs von der Groove Street immer mehr an Einfluss verlieren. Sie erfüllen Missionen von Sweet, Ryder, und anderen alten Bekannten aus ihrer Gang. Das Spielprinzip greift sofort und macht Laune. Zwischen den abwechslungsreich und spannend gestalteten Missionen können Sie ihre Muckis im Fitnessstudio aufbauen, etwas Essen gehen, oder einfach ein Auto klauen, und die Cops ärgern. Sie können sich frei in Los Santos bewegen, nach und nach werden weitere Stadtteile und Städte frei geschaltet. So gibt es in San Andreas 3 große Städte, die ihren echten Vorbildern sehr ähnlich sind: Los Santos (Los Angeles), San Fierro (San Francisco) und Las Venturas, in echt Las Vegas. Der Schwierigkeitsgrad in den Missionen ist teilweise knüppelhart, und es passiert nicht selten, dass es schon einige Anläufe braucht, bis Sie die Mission schaffen. Aber durch das extrem abwechslungsreiche und lustige Missionsdesign verzeiht man dies gerne und wagt sich notfalls auch ein zehntes Mal an die gleiche Mission. Die Texte in den Missionen sind in Original englischer Sprachausgabe, mit deutschen Untertiteln. GTA hatte schon immer einen leicht ironischen touch, so dass Sie sich an Sätze wie Hey, old Motherfucker oder Bye, fucking Asshole gewöhnen müssen. Durch das freie Spiel, in dem Sie in einer Stadt wirklich fast alles machen können (von A wie Autodiebstahl bis Z wie Zertrümmern von Pizzalädeneinrichtungen ist alles möglich) und die lustigen wie abwechslungsreichen Missionen (Kisten nachts aus einem Haus klauen, einen Zug beschützen, Flugzeug fliegen,...) wird das Spiel nie langweilig. Im späteren Spielverlauf besitzen Sie ihren eigenen Flughafen, können mehrere Freundinnen haben, Häuser kaufen, eine Gang führen,... Einzig und allein die Polizei macht ihnen ab und an zu schaffen. Wenn Sie ein kleines Verbrechen begehen (Polizeiauto anrempeln, Polizist umbringen, Mord,&) bekommen Sie einen Stern, der oben eingeblendet wird. Das ist der Fahndungslevel. Wenn Sie dann noch die Polizisten, die hinter ihnen her sind umlegen, und ein paar Passanten überfahren, ist ihr Fahndungslevel 2 Sterne, u.s.w.. Bei 6 Sternen werden Sie von Helicoptern und Panzern gejagt. Da wird es schon schwierig, den Fahndungslevel zu senken. Bei wenigen Sternen ist das kein Problem: Einfach Auto umlackieren lassen oder in ein entlegenes Viertel fahren, und die Polizei will nichts mehr von ihnen wissen. Sollten Sie dann doch mal erwischt werden, landen Sie vor dem nächsten Polizeirevier, aber dürfen nachdem man ihnen alle Waffen und ein bisschen Geld abgenommen hat wieder weiterspielen. Ähnlich, wenn man stirbt und vor dem Krankenhaus landet. Wenn Sie im späteren Spiel, noch Freundinnen haben, achten diese auf den Sexappeal. Um diesen zu steigern, gibt es jede Menge Klamottenläden, Tatoo-Geschäfte, und vieles mehr. Man bekommt auch durch diese ganzen Möglichkeiten das Gefühl einer lebendigen Spielwelt vermittelt, die auch jenseits der dichten und fesselnden Story weiterlebt: Passanten reagieren auf ihr verhalten, wenn man z.B. ein Auto verbeult, steigt der Fahrer aus, nimmt eine Waffe, und geht auf ihr Auto los. Durch die vielen anderen Möglichkeiten, wie z.B. die Eigenschaft zu klettern oder zu schwimmen und durch das rollenspielähnliche Attribut System (Muskeln, Sexappeal, Kondition,...), das alles erstmals in GTA  San Andreas umgesetzt wurde, bekommt man eine Beziehung zu der Spielfigur und ein Gefühl, einer lebendigen Welt, wie man es sonst kaum in virtuellen Welten findet. Und wenn man mal doch was nicht weiß, schaut man einfach im liebevoll und lustig gestalteten Handbuch (Reiseführer) nach. Jedoch merkt man GTA  San Andreas deutlich die Herkunft von der Konsole an: Die Grafik ist längst nicht mehr zeitgemäß, und das Zielen mit einer Pistole ist etwas ungewohnt. An die Steuerung gewöhnt man sich schnell, die hardwarehungrige Durchschnittsgrafik hingegen ist mit ihren verpixelten Texturen ein echtes Manko für Grafikfetischisten. Dieser Effekt relativiert sich jedoch wieder, wenn man mit 6x Anti-Aliasing in hoher Auflösung spielt. Fazit: Man merkt GTA  San Andreas deutlich die Liebe zum Detail der Entwickler an. Die spannenden Missionen und die lebendige, freie Spielwelt sprechen für sich. Kein anderes Spiel hat das jemals zuvor so gekonnt umgesetzt und eine lustige, aber auch berührende Gangstergeschichte erzählt, wie es San Andreas tut. Die riesige Spielwelt und die schier unendlichen Möglichkeiten fesseln wirklich vor den Bildschirm. Lediglich das teilweise knüppelharte Missionsdesign, die veraltete Grafik, ein paar KI Aussetzer und die etwas gewöhnungsbedürftige Steuerung dämpfen das ansonsten einmalige und großartige Spielgefühl.