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Lost Empire Immortals

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Weltraumstrategiespiele fristen heute ein Nischendasein und auch wenn immer wieder mal ein Entwickler sich auf diesem Gebiet versucht, sind richtig gute Spiele selten. Ob Lost Empire Immortals, dazu gehört, lesen sie hier.

Die dänischen Entwickler von Pollux Gamelabs haben noch nicht sehr viel Erfahrung, wurde die Firma doch erst im Mai 2004 gegründet, doch der schwedische Publisher Paradox Interactive (Europa Universalis, Hearts of Iron) ist Strategiespielern sicherlich ein Begriff.

Seit der legendären Master of Orion Trilogie, dessen zweiter Teil nach wie vor das Maß aller Dinge in diesem Genre ist, hat es schon zahlreiche Versuche gegeben, einen neuen König zu krönen. Bisher konnten aber nur die beiden Galatic Civilization Teile (GalCiv 1 / GalCiv 2) und Imperium Galactica II an dessen Thron kratzen, da andere Spiele sich zu sehr auf Einsteiger konzentriert (Sword of the Stars) haben oder einfach hässliche Komplexitätsmonster (Space Empires V) waren.  Lost Empire Immortals hingegen liegt irgendwo dazwischen.

Auch hier machen die Entwickler den Fehler auf Mikromanagement weitestgehend zu verzichten und stattdessen die Verteilung der Ressourcen oder die Forschung über Schiebregler zu steuern – für die Zielgruppe der Hardcorestrategen kommt dies der Blasphemie gleich.

Leider gibt es auch keine Planetenoberflächen oder vom Spieler planbare Bauten, stattdessen können wir lediglich festlegen ob ein kolonisiertes System, als Außenposten, der Nahrungsmittel- oder Mineralienproduktion, dem Handel, dem Schiffsbau, als Festung oder schlicht als Metropole dienen soll. Zwar hängt unsere Wahl von den vorhandenen Ressourcen und der strategischen Lage des Sonnensystems ab, doch ist dies für meinen Geschmack einfach zu wenig.

Apropos Geschmack, zahlreiche erfolgreiche Künstler unterschiedlicher Musikrichtungen kommen aus Skandinavien und da ist es mir ein Rätsel, das man bei der Hintergrundmusik einen derart zweigespaltenen Eindruck hinterlässt.

Auch die Übersetzung ist recht unglücklich geworden, mich persönlich stört es zwar nicht im geringsten das die Sprachausgabe während des Intros Englisch mit deutschen Untertiteln ist, doch einige Begriffe sind freundlich gesagt unpassend übersetzt (so zum Beispiel die 28 Nebenvölker im Spiel, die hier als „Unterrassen“ bezeichnet werden). Auch das einige Texte schlicht sinnlos sind hätte nicht sein müssen, aber leider bekommt man immer wieder den Eindruck, dass das Spiel viel zu früh auf den Markt geworfen wurde, denn auch wenn schon ein Patch erschienen ist, der ein paar Mängel beseitigt, enthält das Spiel doch immer noch ein paar Bugs, stürzt unter Vista gelegentlich ab und das Verhalten der KI reicht von unlogisch bis total Banane.

Zwar gibt es ein Diplomatie- und Spionagesystem und es lassen sich auch Botschaften bauen oder Verträge aushandeln, doch scheint das ganze System auf dem Zufallsprinzip zu beruhen, denn die Nebenvölker greifen ständig unsere Randwelten an ohne das dies einen Einfluss auf die diplomatischen Beziehungen hätte.

Kommen wir nun aber zu ein paar gelungenen Punkten, denn die Entwickler machen nicht alles falsch. So gibt es 8 unterschiedliche Schiffstypen (vom kleinen Aufklärer bis hin zu einer gewaltigen Sternenbasis) die von uns „designt“ werden können und dank der zahlreichen Forschungsmöglichkeiten gibt es auch eine große Auswahl an einsetzbaren Technologien. Richtig gut finde ich dabei die Idee, dass es unterschiedliche Waffensysteme gibt, die nur von speziellen Schildtypen abgeblockt werden können, sprich Energieschilde gegen Laserwaffen, Magnetschilde gegen Antimateriewaffen und Hitzeschilde gegen Plasmawaffen. Auch die zahlreichen Möglichkeiten der elektronischen Kriegsführung laden zum Experimentieren ein. So dass man seine Schiffe stets der Technologie des Gegners anpassen muss und neben den bereits erwähnten Nebenvölkern gibt es auch 6 spielbare Hauptrassen die sich um die Vorherrschaft in der Galaxis streiten.

Die Galaxis ist dabei riesig und es gibt bis zu 5.000 kolonisierbare Systeme, so dass stundenlanger Spielspaß garantiert ist. Natürlich gibt es unterschiedliche (einstellbare) Siegbedingungen und eine kleine Story, um zwei gottgleiche Geschöpfe, für die wir Aufträge annehmen können, die wir im fortgeschrittenen Spiel aber auch herausfordern dürfen.

Leider kann man die Kämpfe nicht selbst austragen und sich nur, nachdem wir das Ergebnis erfahren haben, ein dreh- und zoombares Video dazu ansehen. Die Grafik ist dabei gelungen, ebenso wie die Explosionseffekte, doch das wir keinerlei Einflussmöglichkeiten dabei haben ist schlicht ein katastrophaler Designfehler der Entwickler, denn gerade die taktischen Manöver einer Weltraumschlacht machen den Reiz dieses Genres aus. Von Bodenkämpfen wird hingegen nur das Ergebnis angezeigt.

Eine gute Idee hingegen sind die ausbildbaren Anführer, die nicht angeheuert sondern bei uns im Imperium geboren werden und von uns für die Wissenschaft, Diplomatie, Rohstoffgewinnung, etc. eingesetzt werden können und uns so Boni bringen und gelegentlich wird auch ein großer Anführer geboren.

Fazit:

Ich hatte mir von Lost Empire Immortals deutlich mehr erwartet, die Grafik und die Übersicht sind sehr gut gelungen, doch ohne spielbare Gefechte und ohne Mikromanagement werden viele Hardcorestrategen sicherlich einen Bogen um das Spiel machen. Hinzu kommen die Ungereimtheiten (KI) und Bugs, die sicherlich noch behoben werden, aber einfach nicht in einer Verkaufsversion vorkommen dürfen, auch wenn das Spiel mit unter 30 € sehr preiswert ist.

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Gaming review
  • Publisher: Paradox Interactive
  • Developer: Pollux Gamelabs
  • Platform: PC
  • Genre: Space Strategy
  • Editor rating: 13*
  • Release date: 2008-03-11