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Neverwinter Nights 2

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Der erste Teil von Neverwinter Nights samt den beiden erschienen Addons konnte eine große Fangemeinde begeistern. Der nun veröffentlichte zweite Teil wurde nicht mehr von den Rollenspielprofis von Bioware sondern von Obsidian Entertainment entwickelt und ob dieser an den ersten Teil heranreichen kann, lesen sie hier.

Anders als noch im ersten Teil starten sie nach der Charakterauswahl bzw. dessen Erstellung, die genretypisch abläuft, nicht in Niewinter direkt sondern in einem kleinen Dorf, das schon sehr bald angegriffen wird und wo sie sich in den ersten Kämpfen beweisen müssen. Zuvor allerdings haben sie die Möglichkeit in einem Tutorial die grundlegenden Elemente des Spiels zu erlernen.

Nach der erfolgreichen Verteidigung beauftragt sie ihr elfischer Stiefvater zunächst eine nah gelegene Ruine zu untersuchen um einen geheimnisvollen Splitter zu bergen bevor sie den Auftrag bekommen nach Niewinter zu reisen, doch dies ist leichter gesagt als getan, da der direkte Weg versperrt ist und man zunächst mehrere kleinere Abenteuer bestehen muss, bevor man dann per Schiff in der besagten Stadt ankommt. Leider muss ich sagen, dass die Qualität dieser Aufgaben bestenfalls Standardkost ist und nicht an die glorreichen Quests anderer Rollenspiele wie z.B. in Oblivion heranreichen können.

Doch bis hier hin sind schon einige Stunden Spielzeit verstrichen und das eigentliche Abenteuer beginnt erst, da sie bisher nur Bruchstücke von der Story mitbekommen haben und sich nun langsam das Bild zusammenfügt. Bisher war das Spiel auch mehr oder minder linear und erst jetzt können sie Entscheidungen mit großen Auswirkungen treffen, da sie in Niewinter in einem abgesperrten Stadtteil (Schwarzsee) gelangen müssen und sich nun entweder der Stadtwache oder einer Verbrecherbande anschließen können, um ihr Ziel zu erreichen.

Und diese Entscheidung will gut überlegt sein, da sie fortan zahlreiche Abenteuer für ihren neuen „Arbeitgeber“ erledigen müssen, bevor sie weiterkommen. Dabei treffen sie auch auf alte Bekannte wie Deekin (bekannt aus dem Addon „Schatten von Undernzit“), der sich als Händler im Händlerviertel von Niewinter verdingt und sehr gute Ausrüstungsgegenstände im Angebot hat.

Eine Neuerung des zweiten Teils ist es, das sie jetzt drei weitere Gruppenmitglieder (kurzfristig sogar noch weitere) aufnehmen können und nicht mehr mit nur einen Gefährten losziehen müssen.

„Vorurteile? Ich habe keine Vorurteile! Bei den Neun Höllen ich bin sogar den ganzen Weg mit einem hinterhältigen Tiefling gereist und Ihr wisst, wie die sind!“ Zitat von Khelgar Eisenfaust, Zwergenkämpfer.

Wen sie dabei in ihre Party mit aufnehmen, bleibt ihnen überlassen, aber sie sollten schon auf eine ausgewogene Gruppe aus Kämpfern und arkanen Künstlern achten und auch darauf, das jemand dabei ist der Fallen entschärfen und Türen öffnen kann, denn dieser nervige Punkt aus dem ersten Teil wurde auch im zweiten übernommen.

Wobei die meisten potenziellen Partymitglieder in schwierigen Situationen stecken und erst von ihnen „befreit“ werden müssen. Dafür eröffnen sie einen aber auch zusätzliche Nebenquests, so soll man beispielweise für die dämonisch anmutende Neeshka (Schurke/Tiefling) ihren alten Partner um einen wertvollen Talisman erleichtern, den bereits erwähnten Zwerg Khelgar auf den Weg der Erleuchtung des Tyr bringen und für eine Druidin das Mysterium um ihren Zirkel untersuchen.

Leider gibt es neben den gelungenen Punkten wie eine erstklassige Synchronisation, einem passenden musikalischen Hintergrund und tollen grafischen Zaubereffekten auch einige negative Punkte, die auf die Stimmung drücken. So sind die Ladezeiten doch sehr lang und die KI glänzt durch Aussetzer, denn nicht selten bleiben ihre Gruppenmitglieder einfach am Rand eines Gefechts stehen, statt einzugreifen. Auch haben sich zahlreiche Bugs in die Verkaufsversion eingeschlichen und auch die nicht ganz unproblematische Installation eines ersten 83,1 MB großen Patches über die automatische Updatefunktion (es hat bei uns geschlagene 4 Stunden gedauert, da die Internetverbindung andauernd abgebrochen ist) schafft hier keine Abhilfe, denn nach wie vor kommt es zum Beispiel vor das die Protagonisten auf einmal Englisch sprechen.

Auch die Bedienung ist teilweise recht ungenau und da ist es schon ein großer Vorteil, das man jederzeit eine hektische Situation durch einen Druck auf die Leertaste pausieren kann. Leider gibt es aber auch einige Designschnitzer, denn anders als noch im ersten Teil gibt es kein Schnellreisesystem und keine Taste, die alle benutzbaren bzw. wichtigen Gegenstände hervorhebt.

Löblich hingegen ist, dass man den Grad der Gewaltdarstellung selbst über einen Regler wählen kann, denn während in der Grundeinstellung kein Blut zu sehen ist, fließt dieses „ungefiltert“ in strömen.

Fazit:

Ich habe sowohl den ersten Teil wie auch jedes Addon von Neverwinter Nights ausführlich gespielt und bin vom zweiten Teil etwas enttäuscht, denn dieser wirkt schon wie der zweite Teil von KOTOR (der erste wurde auch von Bioware und der zweite von Obsidian Entertainment programmiert) etwas unfertig und zu früh auf den Markt geworfen. Besonders ärgerlich sind neben den kleineren Bugs die gelegentlich auftretenden und nicht zu erklärenden Performanceprobleme auch auf HighEnd Systemen, denn manchmal hat man den Eindruck, dass eine Diashow schon dynamisch wirkt.

Aber dennoch bietet auch der zweite Teil von Neverwinter Nights einen hohen Unterhaltungswert, denn die Dialoge der Gruppenmitglieder als auch der eine oder andere Gag wissen zu gefallen, ganz zu schweigen von den tollen Effekten. Leider kommt die Story nur recht langsam in Gang und man verbringt viel Zeit mit dem lösen von Standardquests.

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Gaming review
  • Publisher: Atari
  • Developer: Obsidian Entertainment
  • Platform: PC
  • Genre: Rollenspiel
  • Editor rating: 15*
  • Release date: 2006-10-31