sf-gamers.de: Ni.Bi.Ru - Der Bote der Götter Ni.Bi.Ru - Der Bote der Götter ================================================================================ admin on 19 October, 2009 05:45:00 Und dies ist insofern schon einmal verwunderlich, da Nibiru in der sumerischen und babylonischen Mythologie die Bezeichnung eines Himmelsobjekts ist und zwischen den Vorfahren der Iraker und den Maya in Mexiko nicht nur Tausende von Kilometern Luftlinie liegen, sondern die sumerische Zivilisation 3.500 v.Chr. entstand, während das klassische Maya Zeitalter erst 600 n. Chr. begann - also gut 4.000 Jahre später. Auch wenn beide Zivilisationen nicht viel gemein hatten, die Sumerer erreichten z.B. ihre gewaltigen Bauwerke, die Zikkurate, aus Lehm und Backsteinen, während die Maya Steinpyramiden errichteten, verfügten beide doch über erstaunliche mathematische und astronomische Fähigkeiten - letzteres gilt insbesondere für die Babylonier, den Nachfahren der Sumerer. Warum aber ein sumerisches Wort für den Titel genommen wurde und die Sumerer auch auf der Rückseite des Spiels erwähnt, diese dann im Spiel aber keine Rolle spielen, bleibt ein Geheimnis. Wir schlüpfen im Spiel in die Haut von Martin Holan, einem studierten Archäologen und Linguisten, der von seinem Onkel über eine archäologische Entdeckung, dem Auffinden einer deutschen Tunnelanlage in Tschechien aus dem 2. Weltkrieg, informiert wird und kurz darauf nach Prag reist. Doch in Prag angekommen, ist eine erwartete Kontaktperson verschwunden und wir begeben uns auf eine gefährliche Reise, bei der wir auch auf ein Geheimprojekt des Dritten Reichs stoßen, deren Ziel ist war außerirdische Technologie zu beherrschen. Die Hintergründe sind dabei sehr schön gezeichnet und auch die Soundkulisse weiß zu überzeugen, so hat die Hauptfigur die alte Synchronstimme von Matt Damon. Doch wirken die Charaktere wie Fremdkörper im Bild und insbesondere die Bewegungsanimationen sind alles andere als gelungen. (Um einen flüssigen Spielablauf zu gewährleisten, sollte auf jeden Fall das Antialiasing ausgeschaltet werden). Auch die Zwischensequenzen sind alles andere als State-of-the-Art und fallen deutlich hinter der Spielgrafik zurück. Die Inventarleiste befindet sich am unteren Bildschirm und wird nur eingeblendet, wenn der Mauscursor den unteren Bereich betritt. Hier lassen sich Gegenstände nicht nur kombinieren sondern auch weitere Informationen mit einem Rechtsklick abrufen. Die Rätsel sind meistens fair, lediglich im letzten Teil des Spiels, in Mexiko, sind diese zu schwer und ein Rätsel in der deutschen Tunnelanlage ist einfach nur geschmacklos, eine Tür lässt sich nämlich nur mit Dynamit aufsprengen, wenn wir dieses vorher an einer gefangenen Ratte befestigen. Ein anderes Rätsel hingegen ist der Zensur in Deutschland zum Opfer gefallen, da Swastikas (Hakenkreuze) in Computerspielen (es ist natürlich nicht heuchlerisch, das andere Medien und Kulturgüter wie z.B. Filme davon nicht betroffen sind ;-) verboten sind und die Entwickler deshalb ein Rätsel so ändern mussten das eben jenes Hakenkreuz nicht mehr erkennbar ist. Die Dialoge laufen automatisch ab und dies lässt leider an Interaktivität vermissen, zumal wir nur ein einziges Mal eine Auswahlmöglichkeit haben. Ein Easteregg im Spiel ist das Abbild des gelungenen Vorgängers, Black Mirror, auf dem Schreibtisch einer Person, bei dem die Spielfigur sagt: "Das erinnert mich an etwas", wenn man darauf klickt. Negativ hingegen in einem Adventure sind die gelegentlichen Zeitlimits die man hat, um sich etwa aus einer gefährlichen Situation zu befreien und die fehlende Hot-Spot-Anzeige, lediglich die Ausgänge lassen sich mit einem Druck auf die Tab-Taste anzeigen. Fazit: Das Spiel bietet eine interessante Geschichte, aus der man aber noch mehr hätte machen können und insbesondere das abrupte und unlogische Ende des Spiels drückt auf die Wertung. Wer aber auf schön gezeichnete Hintergründe und klassische Adventurekost mit teils kniffligen Rätseleinlagen steht wird seine Freude an Ni.Bi.Ru haben.