Der Herr der Ringe - Schlacht um Mittelerde 2
Eineinhalb Jahre nachdem ersten Teil veröffentlichte EA diese Fortsetzung, bei dem gegenüber dem ursprünglichen Schlacht um Mittelerde zahlreiche Änderungen vorgenommen wurden. Aber leider nicht immer zum Besseren.
So gibt es jetzt nicht mehr nur Mordor, Isengart, Gondor und Rohan sondern auch noch Orks, Elben und Zwerge. Rohan und Gondor wurden zu einem gemeinsamen Volk - mit dem einfallsreichen Namen „Menschen“ - zusammengelegt. Zudem wurden auch ein paar Einheiten überarbeitet und viele weitere kamen hinzu.
Ferner kann man auch, sofern man eine Werft ergattert, Schiffe bauen und mit diesen gegnerische Schiffe oder mit Belagerungsschiffen auch die gegnerische Siedlung attackieren. Allerdings sind diese sehr teuer und kosten zahlreiche Kommandopunkte.
Apropos Kommandopunkte, diese bestimmen auch die Anzahl der verfügbaren Einheiten und je stärker eine Einheit ist desto mehr Kommandopunkte verbraucht diese, so dass man gut abwägen sollte, welche Einheiten man baut.
Zudem wurden einige neue Helden dem Spiel hinzugefügt und mit Sauron auf der Bösen und Galadriel auf der der Guten Seite existieren spezielle Helden, welche nur ausgebildet werden, wenn man Gollum auf der Karte gesehen und getötet hat und den Einen Ring ergattern konnte.
Im Hauptmenü verfügt man ferner über die Funktion, einen eigenen Helden zu erstellen. Dazu kann man unter einigen Rohlingen auswählen, z.B. Magier, Zwerg, Mensch und so weiter, und diese optisch ein wenig verändern, ihnen verschiedene Attribute zuweisen und einstellen, welche Fähigkeit sie bei welchem Level erreichen. Allerdings ist auch hier ein wenig am Balancing schief gegangen, da die normalen Helden zwar stark sind, Magier allerdings mit dem „Wort der Macht“ im Handumdrehen ganze Heere vernichten können und auch im Nahkampf nicht gerade schwach sind.
Anders als im Vorgänger kann man nun mehr Truppen befehligen und auch die Truppen des Lichts haben gleich viele Soldaten pro Bataillon wie die Horden der Finsternis, doch sind die Soldatenbataillone nicht mehr kombinierbar.
In Schlacht um Mittelerde 2 sammeln Einheiten, Gebäude und Helden Erfahrung, steigen in ihrem Level auf und werden somit effektiver. Aber anders als im ersten Teil können Soldaten jetzt nur noch bis Level 5 aufsteigen, Helden jedoch weiterhin bis Stufe 10. Ab Level 2 erhalten Soldatenbataillone übrigens einen Bannerträger, welcher nach und nach die verstorbenen Einheiten ersetzt.
Eine andere große Änderung zu Schlacht um Mittelerde 1 ist, dass man nun überall bauen kann, was man sowohl als Vorteil als auch als Nachteil sehen kann. Selbst Isengart kann nun sogar Wälle bauen, Mordor und die Orks allerdings (noch immer) nicht. Die Menschen können zudem in jedem Wall Türme platzieren. Allerdings sind die Wälle im Vergleich zu ihrem Preis erheblich zu schwach, 1-2 Katapultschüsse auf den Wall und das beschossene Segment bricht zusammen.
Rohstoffe werden im Spiel automatisch gefördert, allerdings haben Rohstoffgebäude nun einen Einzugsbereich, der möglichst frei sein sollte, da sie ansonsten nicht das Maximum fördern.
Neben dem taktischen Geschick können auch Zusatzfähigkeiten eine Schlacht entscheiden, doch nach jeder Benutzung muss man einige Zeit warten, bis man sie erneut einsetzen kann.
Es existieren wieder 2 Kampagnen, eine für die Truppen des Lichts und eine für die Horden der Dunkelheit, allerdings sind diese jetzt noch geradliniger als im ersten Teil gestaltet, da man nun nicht mehr aussuchen kann, welches Gebiet man angreifen will, sondern nur noch auf den „Nächste Mission“ - Button klicken kann. Leider hält sich die komplette Kampagne aber so gut wie gar nicht an Buch und Filmvorlage – was sehr Schade ist.
Im Multiplayer kann man nun zwischen einer normalen Schlacht in einem der Gebiete Mittelerdes und dem Ringkrieg wählen. Letzterer ähnelt vom Aussehen ein wenig der Kampagne in Schlacht um Mittelerde 1, allerdings sendet man in diesem Modus nur einige Truppen in feindliches Terrain. Dummerweise wird vom Computer entschieden, ob die Schlacht automatisch oder auf der Schlachtkarte ausgetragen wird. Ziel dieses Modus ist es ganz Mittelerde einzunehmen und alle Mitstreiter zu besiegen.
Bei der Grafik gab sich Electronic Arts beim zweiten Versuch erheblich mehr mühe und insbesondere die Landschaften sehen nun deutlich besser aus. Vereinzelte Häuschen, große Wiesen, Wälder, Klippen, Wasserfälle und Seen zieren das Schlachtfeld. Zudem lassen sich Objekte wie ein Wald auch mit Feuer abbrennen.
Doch nicht nur grafisch sondern auch klanglich ist das Spiel sehr gut gelungen. Insbesondere die Originalstimmen aus den Herr der Ringe Filmen und die Filmmusik tragen sehr zur Atmosphäre bei.
Doch im Gegensatz zum Vorgänger ist das Spiel erheblich schlechter ausbalanciert. Und auch die KI weißt schwächen auf. Besonders deutlich wird dies dadurch, das man z.B. mit einem Trupp Bogenschützen ein halbes gegnerisches Bataillon erledigen kann, bevor dieses merkt, dass es angegriffen wird. Wenigstens haben sich die Entwickler bei den Feuerpfeilen Gedanken darüber gemacht, wie diese wirken, so gehen getroffene Soldaten in Flammen auf und rennen schreiend umher.
Fazit:
Grafisch als auch klanglich ist Schlacht um Mittelerde 2 ziemlich weit vorne, allerdings versauen das schlechte Balancing, die dämlichen Soldaten und ein neuer, langweiliger Multiplayermodus das Spiel ein wenig. Allerdings bietet es einem einige neue Möglichkeiten wie die Heldenerstellung.
- Publisher: EA
- Developer: EA Los Angeles
- Platform: PC
- Genre: Echtzeitstrategie
- Editor rating:

- Release date: 2006-03-02



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