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Space Empires V

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Die Space Empires Serie ist in Europa kaum bekannt und Space Empires V ist der erste Teil der auch hierzulande in einer synchronisierten Version erschien. Ob dieses Spiel den Thron erobern kann?

Selten hat ein Spiel eine ähnlich hohe Komplexität wie Space Empires V und wenn man sich selbst nicht zu den rundenbasierten Hardcore Strategen zählt, der obendrein auch auf eine ansprechende Grafik verzichten kann, wird man mit diesem Spiel nicht glücklich werden. Denn die Grafik ist nicht mehr als zweckmäßig und war auch schon im alten Jahrtausend veraltet, von einem Spiel, das im Juli 2007 bei uns veröffentlicht wurde, hätte man also deutlich mehr erwarten können oder besser gesagt müssen. Ist die Übersichtskarte mit seinem Hexfeld noch gewöhnungsbedürftig, verursachen die Bodenkämpfe schlichtweg Augenkrebs. Selbst das 2000 erschienene Imperium Galactica II hat auf diesem Gebiet deutlich mehr zu bieten, doch wenigstens gibt es für die Planetenoberflächen ein paar schön gezeichnete Bilder.

Und während zum Erscheinungsdatum des Spiels noch unzählige Bugs in der Verkaufsversion enthalten waren, haben die Entwickler durch zahlreiche Patches wenigstens hier für Verbesserung gesorgt, doch leider sind die meisten Updates für die amerikanische Version erschienen, welche zur europäischen Version nicht kompatibel ist, doch auch wenn die aktuellsten Patches noch weiter auf sich warten lassen, ist die von uns getestete Version 1.63 doch gut spielbar. Zwar überlappen sich noch einige Texte und manche Begriffe sind nach wie vor nicht übersetzt, doch die gröbsten Fehler wurden behoben, wobei dies aber nicht bedeutet das alle Ungereimtheiten aus dem Spiel raus sind, denn gelegentlich kommt es noch zu KI Aussetzern oder diplomatischen Fauxpas.

Richtig ärgerlich hingegen ist die Menuführung, denn auch wenn es zahlreiche Unterpunkte gibt, ist die Bedienung doch alles andere als intuitiv oder logisch und es dauert ein paar Stunden, bis man sich mit allem vertraut gemacht hat und schüttelt dabei mehr als einmal mit dem Kopf, hat man sich hieran aber erst einmal gewöhnt, fängt das Spiel tatsächlich an Spaß zu machen.

Zu Beginn des Spiels können wir entweder mit einer vorgefertigten Rasse beginnen oder uns selbst ein Universum zusammenstellen, dabei können wir nicht nur Aufbau und Größe der Galaxie bestimmen, sondern über Anfangsressourcen und Siegbedingungen bis hin zum Imperienlogo und Schiffsstil so gut wie alles selber festlegen, wobei natürlich auch Gesellschaftsform und Boni unserer Rasse von uns gewählt werden können – Mikromanagementfetischisten, wozu ich mich auch zähle,  kommen bei diesem Spiel also voll auf ihre Kosten.

Nachdem die Startbedingungen abgesteckt sind, wird man von den Forschungsmöglichkeiten nahezu erschlagen und laut Verpackung warten mehr als 6.000 Technologien darauf von uns erforscht zu werden (man möge mir nachsehen, dass ich nicht nachgezählt habe). Überhaupt gibt es bei diesem Spiel unzählige Möglichkeiten, die erst einem nach und nach klar werden, weshalb man die Spieldauer auch nicht mit Stunden, sondern eher mit Tagen oder Wochen angeben sollte.

Besonders gelungen ist dabei das Schiffsdesign, denn jedes Schiff besitzt drei Decks und zahlreiche Felder, die von uns mit erforschten Technologien vollgestopft werden können, wobei eine Fregatte hierbei noch recht übersichtlich ist, ein Schlachtschiff oder ein Großkampfschiff sind aber schon sehr beeindruckend und eine Sternenfestung stellt dann alles in den Schatten. Zwar gibt es ein paar Bedingungen, auf die man achten muss, so braucht ein Schiff natürlich eine Brücke, Lebenserhaltung und Crewquartiere, sofern kein Hauptcomputer eingebaut wurde, doch die meisten Felder lassen sich je nach eigener Taktik vollstopfen. Will ich lieber schnelle und wendige Schiffe (die auch mit Sprengladungen bestückt werden können um den Gegner im Kampf zu Rammen) oder vor Schilden und Waffen strotzende Schlachtpötte.

Dabei muss auch immer auf eine ausreichende Nachschub- und Munitionsversorgung geachtet werden, denn jede Bewegung und jeder Kampf unserer Flotte verbraucht gewaltige Mengen, weshalb es eine logistische Herausforderung ist, genügend Nachschubbasen in der Galaxis zu betreiben oder dank raffinierter diplomatischer Verträge ausreichend Verbündete zu besitzen, die unsere Flotte beliefern.

Überhaupt lässt der Diplomatiebildschirm keine Wünsche offen, Handelsverträge, Allianzen oder sogar der Verzicht von biologischen Waffen und dem kreieren von Schwarzen Löchern lässt sich jederzeit aushandeln.

Die Hintergrundmusik ist dabei gelungen, zwar gibt es auch ein paar nervige Stücke doch im Großen und Ganzen ist diese hinnehmbar. Nicht mehr hinnehmbar sind hingegen die Ladezeiten am Ende einer Runde, denn mit fortschreitender Spieldauer und einem Dutzend eingestellter Computergegner kann es schon Mal ein bis zwei Minuten dauern, bis man selbst wieder am Zug ist und auch wenn das Spiel vor Komplexität nur so strotzt, ist es mir ein Rätsel, das die Entwickler hier nicht Abhilfe geschaffen haben.

Auf Dauer nervig, wenn auch realistisch, ist die Kolonisation fremder Welten, denn es gibt unterschiedliche Planetentypen und man muss nicht nur darauf achten welche Atmosphäre ein Planet besitzt sondern auch darauf, wie er beschaffen ist, denn wenn eine Eiswelt kolonisiert werden soll, das Kolonieschiff aber nur für felsige Planeten oder Gasgiganten ausgerüstet ist, wird daraus nichts.  Und gerade ob genügend kolonisierbare Planeten in der Nähe der Heimatwelt liegen, hat großen Einfluss darauf, ob man in einer Partie eine Chance hat.

Wenn es zu einem Kampf kommt, hat man die Wahl zwischen einer taktischen (man steuert seine Flotte selbst) oder strategischen Ansicht (computergesteuert), wobei die Kämpfe selbst fast immer von dem gewonnen werden, der die bessere Technologie an Bord hat. Vermissen tut man hierbei aber einen Rückzugsbutton, denn auf der taktischen Karte muss man, wenn man sich zurückziehen will, erst seine Schiffe aus dem Ring manövrieren, der das Kampfgebiet markiert.

Fazit:

Space Empires V ist eine Liebe auf dem x-ten Blick, denn zunächst wird man von der schlechten Grafik, der Komplexität und der unlogischen Menuführung erschlagen. Wenn man sich aber hier durchkämpft, hat man ein gelungenes rundenbasiertes Strategiespiel, das einen wochen- wenn nicht sogar monatelang vor den Bildschirm fesseln kann.

Leider schafft es aber auch dieses Spiel nicht die Genrereferenz vom Thron zu stoßen, den Master of Orion II ist trotz seines stolzen Alters nach wie vor das Maß aller Dinge bei den rundenbasierten Weltraumstrategiespielen.

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Gaming review
  • Publisher: Strategy First
  • Developer: Malfador Machinations
  • Platform: PC
  • Genre: Space Strategy
  • Editor rating: 14*
  • Release date: 2007-07-04