Spellforce 2 - Shadow Wars
Wir haben den Mix aus Strategie und Rollenspiel ausführlich getestet und uns etliche Stunden durch Monster und Dämonenhorden geschlagen. Und eines gleich vorweg Spellforce 2 ist so gut wie erwartet, doch leider vermasseln ein paar Ärgernisse, den Sprung auf den Genrethron. Welche das sind, lesen sie hier.
Das Spiel beginnt mit einem atemberaubenden Intro, das direkt aus der Herr der Ringe Triologie (nicht die einzige Anspielung zu Tolkins Welt) stammen könnte und sie bekommen die dunklen Ereignisse des Paktes durch die Dunkelelfin Schattenlied geschildert, welche sie fortan oft bei ihren Abenteuern begleiten wird.
Sie schlüpfen in Spellforce 2 in die Rolle eines Shaikan, einer humanoiden Rasse, welche Drachenblut in ihren Venen haben und dadurch spezielle Fähigkeiten besitzen. Zu Beginn des Spiels können sie zunächst nur ihr Aussehen und Geschlecht bestimmen und ein Tutorium bestreiten. Dort treffen sie auf ihren Bruder Bor und retten ihrer im Sterben liegenden Schwester Lya gerade noch das Leben. Sie wurde von Dunkelelfen angegriffen und es stehen allgemein dunkle Zeiten bevor, wenn es ihnen nicht gelingt, in der Hauptstadt des Reiches Verbündete zu finden.
Doch dies ist leichter gesagt als getan, da Shaikane nicht den besten Ruf genießen, überall hungrige Wölfe, Bären und überdimensionale Spinnen lauern und obendrein auch finstere Gesellen sich bereits ausgebreitet haben und sie sich ihren Weg freikämpfen müssen.
Ein interessantes System dabei ist, das sie sich nicht vorher eine Klasse aussuchen, sondern bei jedem Levelaufstieg Punkte auf Kampf- und Magiebereiche verteilen können, so dass sie auch einen magiebegabten Kämpfer oder einen kampfstarken Magier spielen können.
Aus welcher Perspektive sie dabei steuern, bleibt wie schon im ersten Teil ihnen überlassen, wobei die Draufsicht für den strategischen Teil besser geeignet ist als die Schulterperspektive. Die Grafik ist dabei phänomenal gut gelungen und besticht, die richtige Hardware vorausgesetzt, durch eine enorme Weitsicht und spektakuläre (Zauber)Effekte. Ebenso gut gelungen ist der bombastische Soundtrack der das Spiel begleitet.
Auf den Weg nach Siebenburg, der Residenz des Königs, gelingt es ihnen dabei gerade noch einen entscheidenden Durchgang zu blockieren und so den Pakt (Dunkelelfen und Norcaine) kurzfristig aufzuhalten.
Doch leider entwicklen sich die Dinge in der Hauptstadt nicht so gut wie geplant, da diese unter einer Seuche leidet und der alte Pakt aus Menschen, Zwergen und Elfen zerbrochen ist. Ihre Aufgabe ist es, neben zahlreichen Nebenquests, die stark in ihrer Qualität schwanken, die Ursache der Seuche zu finden und den Pakt zu erneuern, um ein als undurchdringlich geltendes Bollwerk zu erstürmen, bevor sie in zwei weiteren Akten versuchen ihre Gegenspielerin aufzuhalten.
Dabei müssen sie zahlreiche Gespräche führen und haben dazu eine Liste mit Fragen, die sie einfach nur abarbeiten müssen und nur selten haben sie dabei eine unterschiedliche Auswahl an Frage- und Antwortmöglichkeiten, etwa wenn sie einen zornigen Elfengeist überreden müssen endlich in Frieden zu Ruhen. Hier wurde viel Potenzial verschenkt, da eine weniger geradlinige Spielewelt mehr Potenzial bieten würde.
Positiv hingegen ist, das es zahlreiche sinnvolle Verbesserungen gegenüber dem ersten Teil gibt und das es jetzt nur drei Rohstoffe (Stein für Gebäude, Silber für Einheiten, Lenya für die stärksten Einheiten) im Strategiepart abzubauen gilt.
Leider gibt es in der Verkaufsversion noch zahlreiche Fehler, von denen die Harmlosesten die Grafikfehler sind. Aber auch einige „critcal error“ machen den Spielern das Leben schwer und in zahlreichen Forenbeiträgen beschweren sich etliche Spieler darüber. Auch bei uns führte einer dieser Fehler dazu, dass wir nicht weiterspielen konnten. Doch da ein erster Patch weiter auf sich warten lässt und wir das Spiel schon zum Großteil durch hatten, hier unser vorläufiges Fazit.
Fazit:
Spellforce 2 ist der erwartete Hit und der Wechsel zwischen Strategie und Rollenspielpart klappt reibungslos und sorgt für Abwechselung. Auch wenn der Rollenspielpart meiner Meinung nach der bessere Teil ist, da zahlreiche Quests auf einen warten, doch leider können nicht alle davon das hohe Niveau halten. Der Strategieteil stumpft mit der Zeit etwas ab, da sich die Einheiten der drei Fraktionen kaum unterscheiden und alles nach dem gleichen Schema abläuft.
Die Karten sind wirklich riesig und es gibt überall etwas zu entdecken. Doch leider funktioniert das Reisesteinsystem nur beim Hauptcharakter und die anderen Partymitglieder müssen entweder laufen oder einzeln „gerufen“ werden. Positiv bei den Gruppenmitgliedern ist deren Kommunikation untereinander, die zwar nicht so ausgereift wie seinerzeit bei Baldurs Gate 2 ist, doch recht unterhaltsam seinen kann.
Deswegen sollte jeder der sich für Rollenspiele bzw. Fantasystrategiespiele interessiert zugreifen. Insbesondere Herr der Ringe Fans, da die Programmierer eine ähnliche Spielewelt erschaffen haben und sich häufig bei Tolkins Welt „bedienen“.
- Publisher: JoWood
- Developer: Phenomic
- Platform: PC
- Genre: Rollenspiel
- Editor rating:

- Release date: 2006-04-10



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