Star Trek Legacy
Als Trekkie hat man es heut zu Tage nicht leicht, im Fernsehen gibt es keine aktuelle Serie und auch auf dem Computer- und Videospiel Markt sieht es düster aus, weshalb dieses Spiel eine Art Hoffnungsträger war. Ob es diese Erwartungen erfüllt, lesen sie hier.
Zwar gibt es zahlreiche Star Trek Spiele auf dem Markt, doch nur eine Handvoll gelungener, all zu oft wurde lediglich die Lizenz ausgeschlachtet und ein zweitklassiges Spiel präsentiert und eines gleich vorweg, Star Trek Legacy gehört ganz klar zu dieser Kategorie und ist Lichtjahre entfernt von dem im Spielprinzip ähnlichen, aber weit aus besseren Star Trek Bridge Commander.
Das Spiel startet mit einem weniger gelungenen "Intro" in Spielgrafik und schon kurz darauf finden sie sich in einem ersten kleinen Scharmützel mit Capt. Archer’s Enterprise gegen drei romulanische Schiffe wieder, obwohl sie eigentlich auf der Suche nach einem verschollenen Schiff waren. Auch die nächsten Levels drehen sich nur um die grünblütigen Feinde der Föderation (bevor es gegen die Klingonen geht), wobei aber schon gleich zu Beginn die äußerst träge Steuerung auffällt. Und ohne den ersten Patch, der bereits vor dem Release veröffentlicht wurde, ist die Steuerung insbesondere auf der Übersichtskarte eine Zumutung.
Auch das Capt. Archer eine andere Synchronstimme hat, obwohl auf der Rückseite der Verpackung steht „Originalstimmen der 5 Captains“ sollte einem zu denken geben, für mich persönlich ist aber nur wichtig das Capt. Picards Synchronstimme dabei ist, wobei viele der anderen deutschen Synchronsprecher deplatziert wirken. Es wäre besser gewesen die wesentlich bessere engl. Synchronisation (wo tatsächlich die Schauspieler sprechen) zu benutzen und deutsche Untertitel hinzuzufügen.
Auch die Grafik ist bestenfalls mittelmäßig (höchste Einstellung mit 4x AA) und weit entfernt von anderen Weltraumabenteuern wie X³ - Reunion. Zwar sind die Raumschiffe recht detailliert, doch hängt dies vom Kamerawinkel ab und die Planeten sehen nur auf mittlerer Distanz gut aus, wobei die Wolken aber an der Oberfläche kleben, sprich diese bewegen sich gar nicht. Auch das es in jedem System zahlreiche Planeten, aber keine Sonnen gibt, sollte einem zu denken geben.
Die Missionen und Einsätze sind recht einfallslos und haben nicht viel mit den spannenden Missionen der Fernsehserien zu tun, meist müssen sie einfach alles in einem System in seine Einzelteile zerlegen und stehen dabei in manchen Missionen unter einem hirnrissigen Zeitdruck.
Doch bekommt man nach jeder Mission Punkte, die sie in den Ausbau ihrer Flotte investieren können und neben ihrem Schiff können sie noch drei weitere Schiffe befehligen und auch wenn die Auswahl an Föderationsschiffe recht groß ist, können sie die meisten doch nicht gebrauchen, denn eigentlich sind für die Missionen nur die kampfstarken Schiffe entscheidend.
Bei den Kämpfen fliegen sie eigentlich nur im Kreis und drücken die ganze Zeit die linke Maustaste um die Phaser abzufeuern (ein Anvisieren der Subsysteme ist auf dem PC nicht möglich, obwohl es ihnen ab und zu gelingt, den Antrieb oder den Schildgenerator auszuschalten und dieses Feature auch im Handbuch zu finden ist) und wenn die Schilde des gegnerischen Schiffes zusammengebrochen sind, setzen sie die Photonentorpedos ein, klingt wenig spannend und ohne jede taktische Tiefe und das ist es auch, zumal die Energieeinstellungen, die man mit „E“ aufrufen kann, keinerlei Auswirkungen auf die Feuerkraft oder Feuerrate haben und das Schiff lediglich bei maximaler Waffenenergie etwas langsamer fliegt. Auch der Reparaturmodus ("R") ist recht lieblos umgesetzt, man merkt der ganzen Steuerung ihren Ursprung von der Xbox 360 an. Apropos Xbox 360, hier besitzt das Spiel nicht nur eine bessere Grafik, sondern ist auch viel liebevoller umgesetzt worden.
Neben der Kampagne, wobei man alle Zeitepochen der Fernsehserien durchläuft, gibt es auch einen Skirmish und einen Multiplayermodus, doch bei beiden können sie nur ein Teamdeathmatch oder eine „coop wave“ auswählen, wo sie z.B. DS9 gegen immer wieder auftauchende Borg verteidigen müssen. Dies macht zwar kurzweilig Spaß, doch langfristig hätten es ein paar Modi mehr bzw. weitere Optionen seien können. Doch wenigstens können sie hier auch in die Haut der Klingonen oder Romulaner schlüpfen.
Fazit:
Als ich hörte das Bethesda Softworks (Oblivion) sich die Star Trek Lizenz gesichert hatte, war ich glücklich, als ich hörte das Mad Doc Software (Star Trek Armada II) die Entwicklung übernehmen sollte, ahnte ich schon böses, doch das Resultat, hat meine schlimmsten Erwartungen noch übertroffen. Eine träge und deswegen verhunzte Steuerung, eine nur mittelmäßige Grafik, langweilige und Star Trek untypische Missionen und viele Ungereimtheiten (wieso kann ich keinen Looping fliegen) verderben einen auch als großen Star Trek Fan die Stimmung.
Wer das Spielprinzip, mit effektvollen Weltraumschlachten, mag, sollte lieber zum viel besseren Star Trek Bridge Commander greifen oder der Star Trek - Starfleet Command Serie eine Chance geben.
Wer dennoch einen Blick riskieren will und eine Xbox 360 besitzt, sollte auf jeden Fall zur Konsolenfassung greifen, da diese wesentlich besser umgesetzt wurde als die magere PC-Version.
- Publisher: Bethesda Softworks
- Developer: Mad Doc Software
- Platform: PC
- Genre: Space Sim
- Editor rating:

- Release date: 2006-12-19



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