Star Trek Online
Seit J.J. Abrams letzten Star Trek Film ist es wieder Hip ein Trekkie zu sein und Star Trek Online von Cryptic wurde weltweit heiß erwartet.
Die in Kalifornien beheimateten Entwickler sind bislang hauptsächlich für das MMO Champions Online zuständig und sind weniger geplant als mehr durch Zufall an die Rechte für ein Star Trek Spiel gelangt. Eigentlich sollte Star Trek Online (STO) nämlich von Perpetual Entertainment veröffentlicht werden, doch geriet dieser Entwickler in finanzielle Schwierigkeiten und wurde Anfang 2008 abgewickelt und so bekam Cryptic seine Chance. Und aufgrund der kurzen Entwicklungszeit wurden viele Elemente von Champions Online auch für STO verwendet.
STO hat dabei mit den bekannten Fernsehserien wenig zu tun und spielt 30 Jahre nach den Ereignissen des Star Trek Films Nemesis und für Star Trek ungewöhnlich, herrscht Krieg in der Galaxis wo nahezu jeder gegen jeden kämpft.
Wer gerade die Moral, Ethik und Diplomatie bei Star Trek zu schätzen weiß wird mit STO nicht glücklich werden, denn die Entwickler setzen fast ausschließlich auf Action, so als ob Phaser und Torpedos das einzig interessante im Star Trek Universum wären.
Die Grafik und der Sound sind dabei für ein MMO gut und die Schiffsmodelle besitzen einen hohen Wiedererkennungswert.
STO bietet flotte und spaßige Weltraumkämpfe aber auch lahme und langweilige Bodenkämpfe. Hinzu kommt ein schlechtes Balancing. Die Bodenkämpfe sind alle viel zu einfach, wohingegen der ein oder andere Weltraumkampf nicht gewinnbar ist, etwa gegen das Kristallwesen (Ich habe es ein halbes Dutzend Mal, mit bis zu 20 Spielern, versucht und wenn das Wesen runter auf 30% war hat es sich sehr schnell wieder regeneriert).
Es gibt einige wenige gute Story-Missionen (PvE – Player versus Environment) mit Bezug zu den Serien, wenn man etwa in die Vergangenheit reißt um der Enterprise von Capt. Kirk zu helfen oder wenn man von Sektion 31 einem Test unterzogen wird und sich erst alles am Ende aufklärt, doch die meisten Missionen bestehen nur darin alle Feinde zu Eleminieren oder bestimmte Objekte zu scannen.
Das Spiel besitzt ein gutes Charaktersystem und es motiviert in den 5 Rängen (von jeweils 10 Stufen) vom Fähnrich zum Admiral aufzusteigen und bei jedem Aufstieg ein neues Schiff zu bekommen. Dabei hat jeder Charakter-Typ (Taktik, Wissenschaft, Ingenieur) seine eigenen Vorzüge und Boni für bestimmte Schiffstypen. Wer einen Forschungskreuzer vom Typ Enterprise-D (Galaxy Class) fliegen will sollte Ingenieur werden, wer hingegen lieber mit der flinken und kampfstarken Defiant im späteren Spiel losziehen will sollte sich auf die Taktik spezialisieren. Das Customizing lässt kaum Wünsche offen, zu jeden Schiffstyp gibt es drei verschiedene Modelle und man kann sich nicht nur eine Brücke aussuchen (leider bisher der einzige Bereich des eigenen Schiffs den man betreten kann) sondern auch die Größe und Farbe der Fenster, sowie die Außenlackierung bestimmen.
Untypisch für ein MMO sind die Instanzen von nur 50 Spielern. Die Galaxie ist in verschiedene Quadranten und dann noch einmal in Sektoren von etwa 20 Sonnensystemen eingeteilt, doch egal wo sie sind, von einem Massive Multiplayer (das MM von MMO) kann eigentlich keine Rede sein, da sich an ihren Ort nicht mehr als 50 Spieler aufhalten können.
Auch Memory Alpha (im Alpha Centauri Sektor) taugt bisher nicht wirklich fürs Crafting (verbessern von Gegenständen) und ist eine der größten Enttäuschungen im Spiel, zumal man Hunderten von gesammelten Strahlungsproben und Alien-Artefakten bislang kaum etwas anfangen kann und die wichtige Elemente mit denen man die Waffen und Rüstungen verbessern könnte, viel zu selten vorkommen.
Ferner sind die Klingonen bisher kaum in das Spiel integriert und eigentlich nur als Twink (Zweitcharakter) geeignet. Weiterer Content soll aber schon in den nächsten Wochen erscheinen. Bisher gibt es nur in wenigen Sternsystemen die Möglichkeit als Klingone gegen menschliche Föderationsspieler (PvP – Player versus Player) am Boden oder im Weltraum zu kämpfen.
Leider gibt es nur ein paar US-Server für die ganze Welt so kommt es gelegentlich zu Warteschlangen und häufig zu Verbindungsabbrüchen und insbesondere für europäische Spieler zu Lags.
Fazit
Ich bin ein großer Anhänger von Star Trek und habe mich bis zum Captain hochgekämpft, obwohl ich normalerweise nicht viel mit MMOs anfangen kann. Doch STO ist anders als die meisten anderen Spiele und das nicht nur durch das Scifi-Setting. Auch der hohe Instanzierungsgrad, die umfangreichen Storymissionen (die aber leider bislang viel zu selten vorkommen und viele Missionen nur darin bestehen einen Sektor oder ein Sonnensystem von allen Feinden zu säubern) und die Abwechslung durch Boden- und Weltraumkämpfe sorgen für ein besonderes Spielvergnügen.
Doch leider gibt es momentan noch einen viel zu hohen Actiongrad und kaum Diplomatie- und Erforschungsmissionen, viel zu viele Bugs (mal lassen sich die Torpedos nicht mehr abfeuern, dann lässt sich mal wieder eine Mission nicht beenden,…) und die Bodenkämpfe sind einfach lahm, weshalb auch die weltweiten Ratings von STO nicht berauschend sind.
Auch im offiziellen Forum gibt es unzählige Beschwerden von enttäuschten Trekkies (oder Trekker) und auch wenn der Entwickler versprochen hat vieles in den nächsten Wochen zu verbessern, scheinen die Entwickler sich nicht wirklich mit Star Trek auseinandergesetzt zu haben und bisher ist bei Stufe 45 (Rear Admiral 5) Schluss.
- Publisher: Atari
- Developer: Cryptic
- Platform: PC
- Genre: MMO
- Editor rating:

- Release date: 2010-02-02



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