sf-gamers.de: The Moment of Silence The Moment of Silence ================================================================================ admin on 05 March, 2007 03:42:00 Das Spiel beginnt mit einem technisch gelungenen Intro, indem unserer Hauptcharakter, Peter Wright, Zeuge wird, wie ein Spezialkommando der Polizei die Wohnungstür seines Nachbarn aufsprengt und diesen vor den Augen seiner geschockten Familie mitnimmt. Selbst gerade erst vom Schicksal schwer getroffen und kürzlich erst in seine neue Wohnung eingezogen und dem Alkohol verfallen, bieten wir der verzweifelten Ehefrau unsere Hilfe an und die Suche nach der Wahrheit beginnt und schnell wird klar, das dunkle Machenschaften sich zusammenbrauen und wir ein gefährliches Abenteuer vor uns haben, wobei lange Zeit unser Gegenspieler im Dunkeln bleibt und sich erst alles zum Schluss auflöst. Die Grafik des Spiels ist dabei für ein Point & Clickadventure sehr gelungen und die Handlung spielt in New York des Jahres 2044. Wobei wir allerdings nicht nur in New York bleiben, sondern u.a. auch Alaska, das Bermuda Dreieck und selbst eine Raumstation (Luna 5) besichtigen. Zwar ist die Steuerung weniger gelungen und zu Beginn recht gewöhnungsbedürftig, zumal in engen Gassen wie in der Kanalisation nicht nur die unpräzise Steuerung nervt sondern auch noch Kameraprobleme hinzukommen, doch ist die Story des Spiels so mitreisend und spannend das man wohlwollend über diese Probleme hinweg sieht. Zumal auch der Soundtrack des Spiels zu gefallen weiß und auch die Synchronisation (u.a. Manfred Lehmann Synchronstimme von Bruce Willis) überzeugt. Das Spiel selbst ist streng linear und auch die Auswahlpunkte bei den Dialogen müssen einfach nur abgeklappert werden ohne das diese Alternative Handlungsstränge freischalten, wobei es etwas unglücklich gelöst ist, das man mehrmals hintereinander Floskeln wie darf ich noch etwas anderes Fragen anklicken muss um neue Dialogzeilen frei zu schalten. Auch die teilweise langen Laufwege (ein Schnellreisesystem wäre nicht verkehrt gewesen) sowie die häufige Rückkehr an bekannte Orte wirken sich insgesamt negativ aus, zumal Fahrstühle generell immer im Erdgeschoss stehen und man sich auf Dauer an diesen Sequenzen satt sieht. Besser hingegen sind die zahlreichen Renderingsequenzen, die im Spiel integriert sind und zum Teil die Story weiter erzählen. Doch leider trifft dies nicht auf die Bewegungsanimationen der Charaktere zu, denn diese sind nur mittelmäßig und trüben ebenfalls ein bisschen den ansonsten gelungenen Gesamteindruck. Fazit: Wer dem Genre der Point & Clickadventures nicht völlig abgeneigt ist und ernste und spannende Themen in Computerspielen zu schätzen weiß und auch Science Fiction mag, wird um The Moment of Silence nicht herumkommen, zumal nicht mit Gesellschaftskritik gespart wird und die heutige Realität (Biometrische Daten in Reisepässe,...) das teilweise düstere Szenario des Spiels noch übertrifft. Leider verderben technische Mängel wie die Steuerung und die Wegfindungs-KI, sowie einige Designschnitzer (so ist z.B. eine Komplettlösung von Vorteil) eine noch höhere Wertung, dennoch bietet das Spiel einen hohen Unterhaltungswert und rät zum Nachdenken über unsere heutige Informations-Gesellschaft und deren Entwicklung an.