Assassin's Creed
Das Mittelalter und hier im Speziellen das Zeitalter der Kreuzzüge waren noch nicht oft Schauplatz eines actionorientierten Jump and Run Spiels, doch nicht nur hier geht das Spiel, welches von Ubisoft Montreal entwickelt wurde, seinen eigenen Weg.
Zu Beginn des Spiels wartet schon ein ungewöhnlicher Einstieg, denn man steuert das Geschehen nicht direkt, sondern spielt in einem Zukunftsszenario einen Nachfahren unseres Assassinen, der von Forschern eines Pharmakonzerns dazu „überredet“ wird seine „genetischen Erinnerungen“ an seine Vorfahren bereitzustellen.
Die erste Erinnerungsmission im Salomonstempel gegen den Templerorden klappt dabei alles andere als reibungslos und kostet einen nicht nur den Rang sondern fast auch den Kopf. Weshalb wir fortan bestrebt sind, unsere Position und auch unsere Ausrüstung zurückzubekommen.
Die Grafik ist dabei besonders von der Weitsicht her umwerfend, auch wenn bei dem ein oder anderen Detail noch mehr drin gewesen wäre, so wirbeln zum Beispiel Pferde auch im vollen Galopp keinen Staub auf.
Die Bewegungs- und Kletteranimationen unserer Spielfigur sind einmalig gut gelungen, die Bewegungsanimationen beim Reiten aber stark verbesserungswürdig. Es scheint fast so, das die Pferde erst recht spät ins Spiel implementiert wurden und deshalb etwas unrund wirken.
Das Spiel ist zwar linear, lässt uns aber oft die Wahl welche Stadt als nächstes betreten wird und auch bei den Missionen gibt es mehrere Möglichkeiten an Informationen zu kommen, wobei der Abschluss, sprich das Attentat, aber ein Fixpunkt ist.
Dabei gilt es natürlich bis zum Abschluss nicht aufzufallen, was aber nicht immer ganz leicht ist, da wir immer nur in eine Stadt reinkommen, wenn wir zuvor einen Bürger gegen ein Trupp einheimischer Soldaten gerettet haben und uns so kuttetragenden Gelehrten anschließen können, um ungehindert Zugang zur Stadt zu bekommen.
In den Städten tobt das wahre Leben und oft müssen wir vor dem eigentlichen Attentat Überzeugungsarbeit mit den Fäusten oder die ein oder andere pöbelnde oder aufmerksame Wache erledigen, was uns zum Beispiele verbündete Partisanen einbringt, die an gewissen Punkten warten und uns im Ernstfall gegen die Wachen helfen.
Leider gibt es aber auch hirnrissige Nachforschungsabschnitte mit Zeitdruck, wo wir zum Beispiel in drei Minuten 20 Fahnen einsammeln sollen und insgesamt zu wenig Abwechselung, da sich die Aufträge gleichen, auf eine Bank setzen, Gespräch belauschen und anschließend Taschendiebstahl, oder für einen Informanten 2 spezielle Wachen töten, etc.
Dabei können wir auch immer besondere Aussichtstürme erklimmen, um uns einen Überblick zu verschaffen und die Aussicht zu genießen, anschließend können wir per „Todessprung“, gut animiert, in einen Heustapel segeln.
Zwischen den Attentaten schlüpfen wir dabei immer wieder in die Haut unseres Nachfahrens, der im Labor versucht einen Weg zu finden, um zu entkommen und kommen als Assassine auch immer wieder ins Dorf Masyaf zurück, dessen Burg tatsächlich der Hauptsitz der Assassinen im Mittelalter war.
Die Story um den Tempelorden ist interessant und man ist motiviert weiter zu spielen und wie bereits erwähnt, muss man sich von ganz unten wieder hoch kämpfen und kann seine Fähigkeiten auch im Ring gegen andere Assassinen testen, wodurch man nach und nach ein paar wenige neue Kombinationen erlernt, so das im späteren Spielverlauf auch eine Handvoll Gegner kein Hindernis mehr sind, was aber nicht für die sehr kampfstarken Templer gilt.
Die Mordinstrumente werden über das Steuerkreuz des Controllers ausgewählt und mit einem höheren Rang besitzen wir neben einem Lang- und Kurzschwert, auch ein ausklappbares Messer im Ärmel und Wurfmesser.
Leider ist die Gegner KI nicht immer die Beste, denn auch wenn man zum Beispiel nach einem Sprung unglücklich landet, können auch die eigenen Leute einen angreifen und auch gelegentliche Kameraprobleme während der Kämpfe sollten nicht unerwähnt bleiben.
Fazit:
Außer der Hitmanreihe von Eidos, fällt mir spontan kein Spiel ein indem man als Auftragskiller sein Handwerk so gelungen in Szene setzen konnte wie hier. Das Spiel macht anfangs sehr viel Spaß und überzeugt sowohl technisch als auch inhaltlich, weshalb dieses sicher viele Anhänger finden wird und nur der Auftakt zahlreicher Fortsetzungen ist.
Leider aber wird das Spielvergnügen mit zunehmenden Spielverlauf langweiliger, da es zu wenig Abwechselung gibt und kaum Neues auf einen wartet, so dass es schnell eine gewisse Routine beim erledigen der Aufgaben gibt.
- Publisher: Ubisoft
- Developer: Ubisoft Montreal
- Platform: Xbox 360
- Genre: Action Adventure
- Editor rating:

- Release date: 2007-11-14



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