Call of Duty 4
Lineare Action im Weltkriegsszenario ist Videospielern spätestens seit dem Jahr 2003 durch den Auftakt der Call of Duty Reihe bekannt und auch wenn der aktuelle Teil in der Presse Bestnoten abräumt, haben wir doch zahlreiche Kritikpunkte entdeckt.
Anders als bei den drei vorangegangenen Teilen spielt der vierte Teil nicht mehr im Zweiten Weltkrieg sondern in einem fiktiven Szenario unserer Zeit. So spielen sie sowohl auf Seiten der amerikanischen Marines in Nahen Osten als auch für die britische SAS in Russland.
Am Spielprinzip hat sich hingegen nur wenig geändert, immer noch läuft alles streng linear ab und zahlreiche gescriptete Ereignisse laufen während der Handlung ab und dies ist Fluch und Segen zugleich. Denn zum einen wird so eine ungeheure Atmosphäre erzeugt und man hat wirklich ein mittendrin Gefühl andererseits kam es bei unserem Test aber auch zu Ungereimtheiten, da zum Beispiel ihre Kameraden einfach stehen geblieben sind und das Level noch einmal gestartet werden musste, da ein Script nicht ausgelöst und deshalb nicht weiter gespielt werden konnte.
Doch dies ist nicht der einzige Kritikpunkt, denn auch die Grafik ist auf der Xbox 360 nur durchschnittlich und sowohl die KI der Gegner als auch der eigenen Teamkameraden verdient eigentlich diese Bezeichnung nicht. So bleiben Gegner auch unter Beschuss einfach untätig stehen und die eigenen Kameraden sind nur selten hilfreich. Und noch immer entstehen die Gegner aus dem Nichts und es hängt alles von ihren Offensivfähigkeiten ab.
Gewohnt erstklassig hingegen sind die Sprachausgabe und die Waffensounds. Und auch das Missionsdesign ist bei den meisten Missionen gewohnt gut, doch leider gibt es auch einige Missionen, wo dies nicht passt. So gibt es Zeitlimits, die jenseits von Gut und Böse liegen und einfach nur ein schlechter Scherz der Programmierer sein können, insbesondere bei der Mission wo sie den Sohn des Gegenspielers gefangen nehmen sollen brauchen sie auf den höheren Schwierigkeitsgraden mehr Glück als Verstand.
Die Steuerung hingegen ist hervorragend und selten hat sich ein Shooter besser auf einer Konsole gespielt.
Leider haben die Entwickler aber nicht an ihren Schwächen gearbeitet und vieles was schon im ersten Teil im Argen lag, wurde nicht wirklich verbessert, so sterben sie noch immer zahlreiche Tode durch Granaten und der Schwierigkeitsgrad ist mehr als unausgeglichen. So dass von einem Balancing nicht die Rede sein kann.
Auch der ständige Kampf gegen Hunde ist einfach nur nervig und macht spielerisch überhaupt keinen Sinn. Ebenso wie zahlreiche moralisch äußerst zweifelhafte Szenen, wenn zum Beispiel einer ihrer Gefangenen zunächst von ihrem Captain gefoltert und anschließend vor ihren Augen erschossen wird oder wenn sie gegnerische Wachen im Schlaf erschießen. Dies ist natürlich Wasser auf den Mühlen derjenigen, die gegen den Gewaltanteil in Computerspielen zu Felde ziehen.
Eine Neuerung in Call of Duty, das bei vielen anderen Spielen aber schon lange Standard ist, ist, dass Deckungen einem nun unterschiedlichen Schutz bieten und ein dünner Holzzaun einem natürlich weniger schützt, als eine dicke Mauer.
Einen großen Kritikpunkt müssen wir aber noch ansprechen, denn Call of Duty 4 ist schnell vorbei, viel schneller als es den meisten Spielern lieb sein dürfte, denn je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad sind sie in deutlich weniger als 8 h mit dem Spiel fertig. Aber wenigstens ist der Multiplayerpart recht gut gelungen und entschädigt für den ein oder anderen Kritikpunkt des Singleplayers, auch wenn der MG-Schütze und der Scharfschütze erst freigespielt werden müssen, was aber recht schnell passiert.
Fazit:
Call of Duty 4 ist ein atmosphärisch packender Shooter, der unter den gleichen Kritikpunkten wie jeder Teil der Serie leidet. Hinzu kommen einige Ungereimtheiten und der ein oder andere schlechte Scherz der Entwickler, denn dieser Vollpreistitel ist deutlich kürzer als die meisten Addons.
- Publisher: Activision
- Developer: Infinity Ward
- Platform: Xbox 360
- Genre: Egoshooter
- Editor rating:

- Release date: 2007-11-08



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