sf-gamers.de: Dead or Alive 4 Dead or Alive 4 ================================================================================ admin on 27 January, 2006 10:33:00 Dead of Alive 4 ist eine Martial Arts Prügelei auf der neuen Konsole von Microsoft und stammt aus Japan, was man dem Spiel auch mehr als deutlich ansieht. So ist die gesamte Sprachausgabe des Spiels auf Japanisch, und lediglich die Untertitel und das Handbuch auf Deutsch. Wobei sowieso nicht allzu viel gesprochen wird. Lediglich ein oder zwei Sätze vor und nach jedem Kampf und ein paar Wörter in den Videos zum Storymodus, doch dazu später mehr. Dies ist aber nicht der einzige Kritikpunkt, denn die Grafik ist zwar gut, doch von einem NextGen Titel hätte man mehr erwarten können, denn diese Grafikpracht könnte auch jeder Mitteklasse PC darstellen. Zwar wirken die Charaktermodelle detailliert und auch die Bewegungsanimationen sind gelungen, doch die Hintergründe schwanken deutlich in ihrer Qualität. Grafisch am aufwendigsten wirken dabei die Sportarenen, die mit zahlreichen Lichteffekten begeistern können, wohingegen ein Helikopterport oder ein Biolabor, das für die meisten Charaktere die letzte Station im Storymodus ist, zu den einfallsloseren Umgebungen zählen. Hinzu kommt, dass der Titel nur auf PAL-60 (60 Hz) läuft und man kann das Spiel zwar auch auf anderen Fernsehern starten, doch außer einer nervigen Rechtsbelehrung und dem Intro, sieht man nichts, da sich der Start-Button nicht benutzen lässt. Aber Fernseher mit einer anderen Frequenz lassen sich über die Konsoleneinstellungen umstellen, weshalb aber zumindest auf unserem normalen Testfernseher kein 16:9 Format mehr vorhanden war, sondern der Bildausschnitt beschränkt wurde und so der Anfang und das Ende einiger Schriftzüge beschnitten ist. Zum Kämpfen hat man mehrere Möglichkeiten, man kann entweder, sinnvoller Weise, erst einmal ein paar Trainingsrunden (Sparring) absolvieren, wobei die Gegner dort nicht zurückschlagen und man sich nur mit den Schlagkombinationen vertraut machen kann. Außerdem kann man einzeln oder in einem Zweimannteam Einzelkämpfe bestreiten, doch wesentlich interessanter sind der Time Attack, wo man 60 Sekunden Zeit hat seinen Gegner auszuschalten, (was mehr als genug Zeit ist, da die meisten Kämpfe keine 30 Sekunden dauern) und dies zweimal tun muss, um eine Runde weiter zu kommen oder der Survival Modus, wo man nach jedem K.O. sofort gegen einen anderen Gegner weiterkämpft. Am meisten gefreut hatte ich mich auf den Storymodus, der mit jedem Charakter zwischen 7 und 8 Kämpfe umfasst und wo die letzten beiden am schwierigsten sind. Dort erfährt man entweder in 2 längeren Gesprächen und einem abschließenden Storyvideo mehr über seine(n) Kämpfer(in) oder mehr über die Machenschaften von Doatec. Wobei die meisten Kämpfer zum Abschluss im Biolabor von Doatec gegen ein Wesen mit der Bezeichnung Alpha-152 antreten müssen, das auf den Fähigkeiten der Kämpferin Kasumi beruht und für das Zeit und Raum (sowie die physikalischen Gesetze) keine Rolle spielen, da es sich teleportieren, fliegen und noch vieles mehr kann. Insgesamt ist aber der Storymodus die größte Enttäuschung und verdient eigentlich nicht diese Bezeichnung, denn der Begriff Story wurde hier ziemlich weit gedehnt. Die Kämpfe gegen computergesteuerte Gegner laufen meist hektisch und ohne große taktische Möglichkeiten ab, wobei meistens der gewinnt, der den besseren Start hatte, da einmal durch die Luft geschleudert, man gleich 4 bis 5-mal getroffen wird und so meistens schon mehr als die Hälfte seiner Lebensenergie verloren hat, bevor man eigentlich richtig los gelegt hat, so das bei vielen Kämpfen das Glück entscheidet. Doch mit ein bisschen Übung lassen sich die meisten Kämpfe auf dem normalen Schwierigkeitsgrad gewinnen, wobei bei den anderen beiden Schwierigkeitsgraden (schwer und sehr schwer) man den Eindruck hat, der Computer cheatet, da er unmögliche Blocks macht und oft einen verlorenen Kampf auch noch wenden kann, was ziemlich frustrierend ist. Beeindruckend hingegen ist, wenn man einen Kämpfer einen Abhang oder eine Brücke hinuntergestoßen hat und der Kampf im Flußbett weiter geht. Gegen menschliche Kontrahenten macht es wesentlich mehr Spaß und hier entfaltet das Spiel seine volle Wirkung. Man kann sowohl auf einer Konsole gegen mehrere Freunde oder per Xbox Live (Gold) Service auch gegen menschliche Spieler aus der ganzen Welt antreten. Durch abgeschlossene Storylaufbahnen und das Absolvieren der anderen Modi lassen sich sowohl neue Kostüme als auch neue Kämpfer freischalten, weshalb zumindest ein wenig Langzeitmotivation aufkommt. Fazit: Ich hatte mir von Dead or Alive 4 deutlich mehr erwartet und muss vor allem das Preis/Leistungsverhältnis kritisieren, denn andere Spiele bieten hier deutlich mehr. Die Kämpfe allerdings machen Spaß und das ist an so einem Spiel natürlich die Hauptsache, auch wenn es seine Zeit dauert, bis man die (Spezial)Fähigkeiten jedes einzelnen Charakters richtig einzusetzen weiß.