Fallout 3
Seit 1997 Interplay dem Spieler die Gelegenheit gab in eine postnukleare Welt einzutauchen hat die Fallout Serie zahlreiche Fans weltweit und der dritte Teil könnte diese Anhängerschaft noch vergrößern – ist Fallout 3 doch schlicht das Spiel des Jahres.
Mit The Elders Scrolls IV: Oblivion gelang den Bethesda Game Studios eines der besten Rollenspiele auf der Xbox 360 und dementsprechend hoch waren die Erwartungen, dass ein neuer Teil von Fallout die Quadratur des Kreises schafft und die alten Fans nicht vergrault und gleichzeitig neue Spieler an die Thematik herangeführt werden. Denn auch wenn Fallout 3 ursprünglich von den Black Isle Studios (Fallout 2 / Icewind Dale I + II) entwickelt werden sollte, wurden die Lizenzrechte letztendlich von Bethesda Softworks aufgekauft und das Spiel mit der Game Engine „Gamebryo“ ausgestattet.
Durch einen verheerenden Nuklearkrieg ist die Welt so wie wir sie kennen zerstört und die ehemalige Metropole Washington D.C. ist nur noch eine Ruine, indem Menschen und Mutanten eher vegetieren als Leben. Unser Charakter hatte mehr Glück und wächst in einem Bunker auf. Zu Beginn können wir noch das Geschlecht bestimmen und verschiedene Eigenschaften, wie Charisma und Ausdauer festlegen. Im Alter von 10 Jahren bekommen wir dann unseren Pip-Boy 3000 um den Arm geschnallt, der uns fortwährend als Inventar, Karte und Übersicht dient. Mit 16 machen wir noch einen Schultest und im zarten Alter von 19 Jahren wird es plötzlich ungemütlich und unser Vater ist aus der Bunkeranlage verschwunden und wir folgen ihm in eine fremde, gefährliche Welt.
Wir versuchen der Spur unseres Vaters zu folgen und geraten dabei immer tiefer in die Geschichte und neben der interessanten Hauptstory bietet das Spiel auch noch zahlreiche spannende Nebenquests. So leihen wir uns von einer Raumsonde die im Museum steht die Kommunikationsschüssel aus, damit eine Radiostation weiter senden kann, befreien eine Sklavensiedlung oder helfen einer Händlerin über mehrere Kapitel dabei ein Buch über das Überleben im Wasteland zu schreiben.
Die Grafik ist dabei natürlich nicht so bunt wie bei Oblivion sondern storybedingt eher düster und auch wenn das Szenario in der Zukunft angesiedelt ist, wurde der Stil der 50er Jahre gut eingefangen (insbesondere in einer virtuellen Welt, die im letzten Drittel des Spiels besucht wird) und verstärkt wird dieser Eindruck durch die im Radio gespielte Musik.
Dabei kommt es immer wieder zu zahlreichen Kämpfen, denn Raiders, Super Mutanten und überdimensionierte Monster wie Riesenskorpione machen uns das Leben schwer und wollen von uns in die ewigen Jagdgründen befördert werden. Und der ständige Munitionsmangel zwingt uns dazu mehrere Waffen mitzuführen und diese auch gut zu warten, denn nur eine gut gepflegte Waffe behält ihre Durchschlagskraft. Dazu können wir entweder selbst aus verschiedenen Waffen des gleichen Typs etwas basteln oder einen Händler bitten unsere Ausrüstungsgegenstände zu reparieren. Offizielles Zahlungsmittel in der Welt von Fallout sind Cola-Deckel hier „Caps“ genannt.
Fallout 3 lässt sich sowohl aus der 1st Ego Perspektive oder aber aus der 3rd Ego Perspektive steuern, wobei bei letzt genannter Einstellung die holprigen Bewegungsanimationen negativ auffallen. Die Kämpfe lassen sich in klassischer Shooter-Manier erledigen oder einfacher mit dem V.A.T.S. (Vault-Tec Assisted Targeting System) einer Art Bullet-Time mit Actionspunkten.
Leider ist ein großer Schwachpunkt des Spiels die KI, denn es kommt vor, das von uns getroffene Gegner auf unseren Beschuss nicht reagieren oder wir auf eine Action eines NPCs warten und dieser aus irgend einen Grund buchstäblich „abtaucht“. Auch kommt es gelegentlich zu Grafikfehlern und Rucklern.
Fazit:
Fallout 3 ist für mich das Spiel des Jahres. Jede Handlung hat Auswirkungen auf unsere Umwelt und während mit einem guten Karma andere bereit sind uns zu helfen oder gar mit uns in den Kampf zu ziehen, hat man bei einem schlechten Karma weniger Freundlichkeit zu erwarten.
Hinzu kommt die große offene Welt, bei der man ständig etwas Neues entdecken kann. Sei es eine neue Siedlung oder ein abgestürztes außerirdisches Raumschiff (der Alien Blaster ist eine der stärksten Waffen im Spiel), bei jedem Streifzug durch das Wasteland trifft man auf unbekannte Orte und neue Quests und während ich die Hauptstory mit ein paar Nebenquests in 27 h durch hatte, bietet das Spiel noch für etliche weitere Stunden gute Unterhaltung, zumal es unterschiedliche Enden gibt.
Das Szenario und die vielen interessanten Charaktere und humorvollen Dialoge tun ihr übrigens und wirklich niemand sollte sich diese Perle entgehen lassen.
- Publisher: Ubisoft
- Developer: Bethesda Softworks
- Platform: Xbox 360
- Genre: Action Rollenspiel
- Editor rating:

- Release date: 2008-10-31



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