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GTA IV

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Wenn Stammtischpolitiker, Möchtegern Forscher und selbst ernannte Jugendschützer vereint gegen den angeblichen Zerfall der Jugend zu Felde ziehen, gerät eine Spieleserie schnell in den Fokus – Grand Theft Auto. Ob der vierte Teil den Hype gerecht wird?

Seitdem ersten GTA hat sich vom Spielprinzip her nicht viel verändert und nach wie vor arbeiten wir uns von einem Kleinkriminellen die Karriereleiter hoch und gehen dabei wenig zimperlich vor. Das stehlen von Autos und Motorrädern, gehört dabei ebenso wie das erledigen von Widersachern dazu. Wobei wir in GTA IV auch häufig als Auftragskiller, Schutzgelderpresser oder Drogenlieferant unterwegs sind.

Doch was macht die Serie so erfolgreich? Dies liegt zum einen an der großen Handlungsfreiheit, dem verbinden von mehreren Spielelementen und den überzeichneten und wenig realistischen Charakteren, wobei dies alles aber zu einer interessanten Story verwoben ist. Zwar wäre es eine Sissifusarbeit die vulgären Schimpfwörter wie „Motherfucker“, Fuck you“ usw. zu zählen, dennoch gelingt es den Entwicklern, den Spieler vor den Bildschirm zu fesseln.

Überraschend am vierten Teil ist dann aber der etwas abgemilderte Gewaltgrad und das ein wenig verbesserte Frauenbild, auch empfindet man trotz der ethnisch und moralisch sehr fragwürdigen Missionen Sympathie für seinen Helden, was aber auch daran liegt, dass wir nun mehr Handlungsspielraum haben und oft moralische Entscheidungen treffen können, ob wir das Ziel eines Auftragmordes tatsächlich ausschalten oder am Leben lassen und der blutige Weg wird dadurch bestraft, dass wir gleich eine ganze Horde von schießwütigen Polizisten auf dem Hals haben.

Das Spiel beginnt, wenn unser Spielego Niko Bellic per Schiff in Liberty City, dem virtuellen Abbild von New York City, ankommt und von seinem Cousin Roman in Empfang genommen wird, der es mit der Wahrheit aber nicht ganz so ernst nimmt und dessen „Villa“ sich als schäbiges Appartment entpuppt. Niko, stammt aus Serbien und hat sein Talent für blutige Jobs im Krieg gelernt und ist auf der Jagd nach dem Geld – viel Geld. Zwar verdienen wir uns unsere ersten Dollar als Taxifahrer, aber schon bald entdecken viele wenig schmeichelhaften Personen unser Talent für die gewalttätigen Jobs. Dabei dreht sich die Story aber auch um Liebe, Verrat, Freundschaft, Familie und Rache.

Neben den eigentlichen Missionen kann man auch immer wieder Freunde treffen und mit ihnen eine Bar oder Stripclub aufsuchen. Besonders gelungen sind dabei die Minispielchen, so kann man bowlen, Dart oder Pool spielen oder sich auch an Spielautomaten versuchen. Auch ist es möglich sich ein paar Dollar durch illegale Autorennen hinzu zuverdienen.

Bei den Hauptmissionen haben sich die Entwickler viel Mühe gegeben und auch, wenn es bei einer Spieldauer von etwa 50 Stunden zu Wiederholungen kommt, ist man doch recht kreativ am Werk. Zwar gibt es nach wie vor Missionen, alle Feinde an einem Ort zu töten, aber auch Missionen, wo wir uns zum Beispiel eine Hubschrauberverfolgungsjagd liefern und letztendlich unseren Helikopter so in Schussposition bringen müssen, dass unser Begleiter mit einem Raketenwerfer eine günstige Gelegenheit hat und das ganze ausnahmsweise Mal ohne Zivilisten zu gefährden – denn wir erledigen in GTA IV nicht nur Missionen für die bösen Jungs, sondern decken ein breites Spektrum ab. Von der russischen, bis zur italienischen Mafia, von korrupten Polizisten über geheime Regierungsorganisationen. Ferner leiht man sich des öfteren auch einen Streifenwagen aus, um an den Polizeicomputer zu kommen und man hat so auch die Möglichkeit den ein oder anderen „Most Wanted“ Verbrecher für die Polizei zu erledigen und so relativ viele Achievementpunkte freizuschalten.

Leider ist dabei der Schwierigkeitsgrad einiger Missionen frustrierend hoch. So ist eine Drogenlieferung verloren gegangen und befindet sich im Besitz einer Gang, zwar haben wir als kampferprobter Killer mit Scharfschützengewehr, Maschinengewehr und Handgranaten ausgestattet, keine Probleme die Gangmitglieder auszuschalten, doch wurden wir von einer uns nahestehenden Person verraten und tappen in eine Falle der Polizei und aus dieser wieder rauszukommen, ist alles andere einfach. Letztendlich konnten wir uns nur retten in den wir unbemerkt in eine Autowerkstatt reinführen, in der unser Auto umlackiert und repariert wurde, aber bei einem guten Dutzend Verfolgern, die auch mit Hubschraubern nach einem Suchen, muss man dies erst einmal schaffen.

Leider haben die Entwickler es nämlich versäumt, das Spiel einem Feinschliff zu unterziehen. So ist die Steuerung von Autos und Motorrädern zunächst etwas hackelig, aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Helikopter zu steuern erfordert aber wesentlich größeres Geschick. Ferner ist aber auch die KI und das automatische Zielen mit der Waffe nicht wirklich optimal. Und so kommt es, das computergesteuerte Autos alles andere als logisch im Verkehr reagieren - und nicht selten Passanten dabei umfahren.

Apropos Logik, diese sollte man während des Spielens ganz abschalten, denn ansonsten drückt dies auf das Spielvergnügen. So hat die Polizei kein Problem, wenn man mit gezogener Waffe durch die Gegend läuft oder mit 200 Sachen über eine rote Ampel brettert und eine Massenkarambolage verursacht, aber wehe man prellt eine Brückenmaut oder taxiert auch nur minimal einen Streifenwagen, schon herrscht Alarmstufe rot. Das 2002 erschiene Spiel Mafia vom tschechischen Entwickler Illusion Softworks hatte dies wesentlich besser gelöst – denn dort musste man das Tempolimit einhalten (wenn denn nicht von der Polizei hartnäckig gejagt werden wollte) und durfte nicht mit gezogener Waffe einem Polizisten begegnen.

Die Grafik und der Sound hingegen sind erstklassig, auch wenn die Weitsicht etwas verschwommen ist und es gelegentlich Grafikfehler gibt. Natürlich gibt es wieder zahlreiche Radiosender und neben Rapmusik gibt es auch Sender für etwas betagtere Spieler, wo Queen oder Genesis gespielt wird. Auch das Schadensmodell der Fahrzeuge ist sehr gut gelungen, ebenso wie das Wettermodell und oft ein echter Hingucker. Wer übrigens nicht selbst zu seinen Aufträgen hinfahren will, kann auch jederzeit ein Taxi besteigen und sich fahren lassen oder die Fahrsequenz überbrücken (gegen ein paar Extradollar).

Fazit:

GTA IV ist ein tolles Spielvergnügen mit fantastischer Optik, Sound und Handlungsfreiheit, das mich aber auch etwas enttäuscht hat, denn ein paar Sachen (hackelige Steuerung, KI, Logikfehler) drücken letztendlich doch auf die Wertung und die Lobeshymnen US-amerikanischer Spieletester kann ich nur bedingt nachvollziehen, denn 2002 hat Mafia bereits gezeigt, dass es noch einen Tick besser geht (realistischer, stilvoller, storytechnisch spannender), auch wenn dies durch eine wesentlich kürzere Spieldauer und eine größere Linearität erkauft wurde.

Man wird bei GTA IV den Eindruck nicht los, das die Zielgruppe des Rockstar Spiels rechtlich gesehen dieses Spiel gar nicht spielen dürfte, da GTA IV zurecht nur an Erwachsene verkauft werden darf, aber eher auf jugendliche Spieler zugeschnitten ist.

 

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Gaming review
  • Publisher: Rockstar Games
  • Developer: Rockstar North
  • Platform: Xbox360
  • Genre: 3rd Person Shooter, Action-Adventure
  • Editor rating: 17*
  • Release date: 2008-04-29