sf-gamers.de: Ninety Nine Nights Ninety Nine Nights ================================================================================ admin on 17 August, 2006 05:52:00 Was würde passieren, wenn man den Charakteren der Dead or Alive Serie Schwerter verpassen und sie nach Mittelerde bringen würde? Das Ergebnis jedenfalls wäre Ninety Nine Nights nicht unähnlich. Zunächst kann man nur einen von sechs spielbaren Charakteren auswählen, wobei die anderen im Verlauf der Handlung erst freigeschaltet werden müssen und es auch noch eine mysteriöse siebte Spielfigur gibt, über die aber nichts verraten wird. Am Anfang startet man mit Inphyy, einer Kriegertochter, die ebenfalls eine Ritterausbildung hat und zusammen mit ihren (später) ebenfalls spielbaren Bruder Aspharr ordentlich austeilt. Und gleich zu Beginn treffen die Heere beider aufeinander, um auszuloten, wer von beiden die Armeen des Lichts gegen die bösen Mächte führen darf, wobei man später, wenn man Aspharr steuert, die gleiche Schlacht von der anderen Seite aus miterleben darf, denn auch wenn es sechs unterschiedliche Charaktere gibt, folgen sie doch alle der gleichen Geschichte, die aus unterschiedlichen Betrachtungswinkeln erzählt wird. Das Highlight des Spiels sind die spektakulären Schlachten, denn dort treffen hunderte von Kriegern aufeinander und unser Held ist mittendrin und metzelt sich durch die Gegnerhorden, wobei sinnvollerweise zwar die Gegner oder deren Ausrüstung durch die Lüfte fliegen, auf eine blutige Darstellung der Szenerie aber verzichtet wurde. Obwohl es einen Zähler sowohl für die ausgeführten Schlagkombos wie auch für die erledigten Gegner gibt. Um seine Gegner, bei denen es sich auf der Seite der Guten meist um Orks, Kobolde oder riesige Trolle handelt, ins virtuelle Jenseits zu befördern, stehen einem zahlreiche Schlagkombos zur Verfügung und für jeden erledigten Gegner gibt es Kugelangriffspunkte (rot), durch die unser Charakter besonders effektive Kombos anwenden kann und welche wiederum die Kugelfunkenpunkte (blau) erhöhen, bei deren Anwendung ganze Armeen vernichtet werden können. Neben dem grandiosen Intro und den nicht weniger aufwendigen Zwischensequenzen gibt es auch einen äußert gelungenen Soundtrack, der das Spiel begleitet. Denn auch wenn das eigentliche Gameplay recht eintönig ist, besitzt das Spiel eine gelungene Atmosphäre, die nur dadurch getrübt wird, dass es weder ein freies Speichern noch irgendwelche anderen Savepoints gibt und im Falle eines virtuellen Ablebens eine Mission komplett neu gespielt werden muss und dies ist besonders ärgerlich, da viele Missionen recht umfangreich sind und so leicht 40 Minuten Arbeit umsonst waren. Zu Beginn jeder Mission kann man aus vier verschiedenen Truppentypen wählen (Bogenschützen, Speerträger, Infanterie oder schwere Infanterie) wählen, welche die Linke bzw. Rechte Flanke des Hauptcharakters decken und über Befehle wie angreifen oder sammeln gesteuert werden können. Leider ist sowohl deren KI (zumindest folgen sie dem Held automatisch, wenn man ihnen keine Anweiseungen gibt) als auch deren Schlagkraft nicht besonders effektiv und ein größerer taktischer Anspruch wäre wünschenswert gewesen. Gelegentlich tauchen im Schlachtgetümmel Objekte wie Heiltränke oder Rüstungen auf von denen einige unseren Helden heilen bzw. stärker machen, andere aber auch auf die von uns befehligten Truppen Auswirkungen haben. Leider ist es bei hunderten von Einheiten die aufeinander treffen nicht immer einfach den Überblick zu behalten, weshalb das ein oder andere rettende Objekt untergeht, denn der Schwierigkeitsgrad ist sehr hart und durch das nicht vorhandene Speichersystem, müssen zahlreiche Missionen öfters angegangen werden, bis man sie letztendlich gemeistert hat, zumal bei vielen Missionen am Ende knallharte Bossgegner warten, von denen einige nur mit einem Trick besiegt werden können. Fazit: Ich hatte mich auf Ninety Nine Nights schon im Vorfeld gefreut und wurde nicht enttäuscht, doch ist es ärgerlich das die Entwickler mit ein bisschen mehr Feinschliff mehr hätten rausholen können, vielleicht sogar müssen, denn die technische Seite ist nahezu perfekt umgesetzt. Doch das Eintönige und mit der Zeit wenig spaßige Gameplay ohne taktische Tiefe und der hohe Schwierigkeitsgrad verhindern eine bessere Bewertung, zumal sowohl Speicherpunkte als auch ein freies Speichern fehlen und dies für Frust sorgt.