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Over G Fighters

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Die japanischen Entwickler von Taito liefern mit Over G Fighters die bisher einzige Flugsimulation mit modernen Fliegern wie der F-18, F-22 und Co auf der Xbox 360. Doch warum trotz toller Grafik nur ein durchschnittliches Spiel dabei herausgekommen ist, verrät unser Test.

Das Spiel startet mit einem Intro in Top Gun Manier und zeigt unter anderem den Start von verschiedenen Flugzeugen von Flugzeugträgern, leider reicht der nervige japanische Technopop mit dem die Bilder unterlegt sind, bei weitem nicht an den Soundtrack von Top Gun heran und wer nach den ersten Bildern denkt, das er mit Over G Fighters weniger eine Flugsimulation als ein arcadelastiges Geplänkel erworben hat, liegt gar nicht mal so falsch.

Zumal auch unter „realistischen“ Eingaben die Flugzeuge sich nur durch den Einsatz vom Seitenruder von den „Arcade“-Einstellungen unterscheiden und alles andere, als ein würdiges Flugverhalten simuliert wird. Doch wenigstens klappt die Steuerung mit dem Controller problemlos, solange man nicht am Boden zum Flugfeld rollen muss oder Hindernissen ausweicht, denn sobald man mal auf den Grünstreifen kommt (und dies passiert fast immer) ist die Mission sofort gescheitert.

In der Luft hingegen machen die detaillierten Flugzeuge eine gute Figur und auch die Landschaftsgrafik kann sich sehen lassen. Insbesondere die Wasseranimationen mit dem gespiegelten Sonnenlicht sind optisch äußert gelungen. Lediglich in Städten wirken einige Bodentexturen recht großpixelig, doch wenigstens beruhen die Daten auf echten Satellitenaufnahmen und Städte wie New York, haben einen hohen Wiedererkennungswert.

Die Schiffe hingegen sind weniger detailliert, doch wer eine Landung auf einen Flugzeugträger versucht, ist auch ehr mit anderen Sachen beschäftigt, da dieses Manöver eines der schwierigsten im Spiel ist.

Leider gibt es keine wirklich zusammenhängende Story, denn die Einsätze der Energy Air Force, welche eine globale Weltregierung vertritt, die gegen Separatisten kämpft, sind lose miteinander verbunden. Mal fängt man unbekannte Flugzeuge in Nordamerika ab, bevor man in Afrika auch Bodenziele bekämpft und in Asien Schiffe versenkt. Besondern negativ fallen dabei die comichaften Charaktere auf, die einen in die Missionen einweisen und von denen fünf auch als Flügelmänner wählbar sind, sowie die selten hässlichen Menus. Dies in Verbindung mit dem schrecklichen Soundtrack (zumindest für europäische Ohren) stehlen einen Großteil der Atmosphäre.

Die KI der eigenen Teamkameraden wird dabei nur noch von der Gegner KI unterboten, denn selbst wenn man die amerikanische Spezialistin für Bodenangriffe auswählt, trifft diese mit einer AC-10 Thunderbolt nicht wirklich etwas. Weshalb man auch getrost den russischen Piloten der eigentlich auf europäische und russische Flugzeuge „spezialisiert“ ist in ein amerikanisches Flugzeug setzen kann.

Anweisungen sollte man seinen Begleitpiloten dennoch geben, denn ansonsten bleiben diese in dichter Formation und nicht selten kommt es so zu einer Kollision. Wobei allerdings als Funksprüche lediglich hohle Phrasen von seinen Flügelleuten kommen.

Wer bei Over G Fighters spannende Dogfights in modernen Flugzeuge sucht, wird maßlos enttäuscht sein, denn Dogfights finden, wenn überhaupt, nur mit feindlichen Raketen statt, und eine typische Mission sieht so aus, dass man direkt vorm Ziel startet, alle Feinde anvisiert, seine Raketen abfeuert und gewonnen hat, was nicht selten nicht einmal eine Minute dauert. Erst im späteren Spielverlauf, wobei immer wieder neue Flugzeuge frei geschaltet werden können, startet man auch mal von einem Träger oder einer Piste und muss 2 Minuten Flugweg in Kauf nehmen.

Der Schwierigkeitsgrad steigt lediglich dadurch an, dass im späteren Verlauf der Gegner zahlenmäßig weit überlegen ist. Gegenmaßnahmen gegen feindliche Raketen werden dabei automatisch eingeleitet, wobei diese nur selten wirklich helfen, besser ist es schon da „wilde“ Flugmanöver durchzuführen. Wobei aber wenigstens die G-Kräfte auf einen Piloten wirken und es zu einem Tunnelblick kommen kann.

Nach jeder Mission gibt es eine actionorientierte Wiederholung der Mission, die recht gut in Szene gesetzt ist und mit vielen verschiedenen Außenansichten aufwartet.

Flugzeuge und Waffen können theoretisch vor jeder Mission selbst ausgewählt werden, praktisch allerdings nicht, da sich die meisten Missionen nur nach einem bestimmten Muster erfüllen lassen und angezeigt wird, welcher Flugzeugtyp für die bevorstehen Mission nicht geeignet ist, wobei es auch vorkommen kann, das alle Flugzeugtypen dieses Kriterium erfüllen und das obwohl der Ablauf der „Story“ linear ist und nur ausgewählt werden kann, ob man als nächstes lieber Luft- oder Bodenkämpfe durchführen will.

Neben dem Szenario Missionen gibt es auch eine Challenge (Arena/Kampf) sowie einen Multiplayer für 8 Piloten, der aber nicht sonderlich erwähnenswert ist.

Fazit:

Ich hatte mich auf Over G Fighters wirklich gefreut und war nach dem Spielen maßlos enttäuscht, denn trotz der Power einer Xbox 360 nutzt das Spiel diese nicht wirklich aus und lediglich die Grafik in Verbindung mit den actionorientierten Wiederholungen verhindern den totalen Absturz.

Wer auf Dogfights, ein realistisches Flugverhalten und eine Künstliche Intelligenz, sowie spannende Missionen wert legt ist hier definitiv falsch und es wurde viel Potenzial verschenkt.

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Gaming review
  • Publisher: Ubisoft
  • Developer: Taito Corporation
  • Platform: Xbox 360
  • Genre: Flug-Simulation
  • Editor rating: 11*
  • Release date: 2006-06-27