Test Drive Unlimited
Die Test Drive Serie begeisterte mich schon auf meinem alten C64 und da ist es natürlich klar das auch die aktuelle Version getestet wird und da es zum Verkaufsstart des Spiels noch Probleme mit dem Onlinemodus gab, folgt dieser mit einem dreimonatigen Abstand zum Release.
Ein Spiel das sowohl Online als auch Offline jede Menge zu bieten hat, klingt zunächst einmal nicht schlecht, da ja bei den meisten Spielen der Onlinemodus oft nur als Bonus betrachtet wird und nicht selten nur Standardkost bietet. Bei Test Drive Unlimited ist dies anders, denn hier können sie nahezu das gesamte Streckennetz der Insel Hawaii erkunden und wenn sie dies nicht alleine tun wollen, brauchen sie nur eine Xbox Live Goldmitgliedschaft und schon tummeln sich viele weitere menschliche Kontrahenten mit Ihnen auf der Insel. Theoretisch zumindest, doch leider finden sich für die menschlichen Rennen kaum Spieler von einem Massively Multiplayer Spiel kann also nicht die Rede sein, es sei denn, man verbringt sein Leben als Einsiedler und würde eine Gruppe von 5 Leuten schon als Völkerwanderung betrachten.
Das Spiel startet am Flughafen und aus der anstehenden Schlange zum Einchecken können sie einen männlichen oder weiblichen Charakter wählen, der ihren äußeren Vorstellungen entspricht und nachdem Flug gerade erst in Honolulu angekommen wartet schon eine Autovermietung auf sie. Dort können sie aus einer Handvoll deutscher (Audi, Mercedes) oder amerikanischer (Pontiac) Hersteller wählen und ein Auto für 10 oder 20 Minuten mieten.
Da ihr nächster Termin, ein Immobilienmakler, schon auf sie wartet und sie zunächst nur aus zwei Objekten wählen können, brauchen sie das gemietete Auto auch nicht lange. Ist dies erledigt, können sie ein von mehreren Autohäusern in ihrer Nähe einen Besuch abstatten und einen ersten Wagen kaufen, mit dem sie die ersten Rennen und Aufgaben bestreiten.
Natürlich können sie auch jederzeit zurück zu ihrem Haus oder ihrem Apartment und die Kleidung oder die Farbe ihrer Sonnenbrille ändern, denn neben einer großen Garage haben sie auch einen begehbaren Kleiderschrank und das ist natürlich das wichtigste in einem Rennspiel, zumal die Entwickler schon die Steuerung versaut haben und weder eine realistische Physikengine noch einen realistisches Schadensmodell eingebaut haben. Wobei letzteres nur menschlich gesteuerte Autos betrifft, denn die von der KI (Keine Intelligenz) gesteuerten Fahrzeuge verlieren bei einem Crash die Stoßstange oder haben eine Delle und diese Unfälle sind recht häufig da die Programmierer von Eden Games diesen wohl die KI-Algorithmen des ersten Test Drives vom Ende der 80er Jahre spendiert haben.
Ebenso einfallslos umgesetzt sind auch die Aufgaben und deren Belohnung, denn so müssen z.B. eine Frau, die gerade von ihrem Einkauf kommt, in einer bestimmten Zeit zu ihrem Wohnort bringen, klingt fast so spaßig wie die tollen Aufgaben der GTA-Serie oder bei dem Spiel Mafia, aber eben nur fast. Und als Belohnung für unsere Mühen bekommen für dann z.B. Einkaufsgutscheine für Boutiquen (kein Scherz!).
Die meisten Rennen im Einzelspieler sind keine Herausforderung, doch gibt es auch welche, die so bockschwer sind (Zeitvorgabe liegt jenseits von Gut und Böse), dass sie einem die Haare zu Berge stehen lassen.
Doch nicht alles ist schlecht und so kann zumindest die Grafik halbwegs überzeugen, zwar sind sowohl die Charaktere recht polygonarm und viele Objekte einfach zu kantig, doch erfüllt sie den Zweck (insbesondere die Fahrzeugmodelle sind aber gelungen), allerdings ohne auch nur annährend die Grafikpower der Xbox 360 auszulasten. Wer richtiges Inselfeeling haben will, sollte lieber zu Just Cause (auch wenn dort die Fahr- und Stunteinlagen, durch Actionsequenzen unterbrochen werden) greifen.
Richtig schlecht hingegen ist wieder der Motorensound, so dass man geneigt ist, die Stummtaste seiner Fernbedienung zu betätigen.
Fazit:
Wer ein Rennspiel haben will, sollte TDU meiden und lieber zu PGR 3 oder als Tuningliebhaber zu der Need für Speed Reihe greifen, denn sowohl die Steuerung als auch der Motorensound, wie auch die KI sind einfach nur schlecht und da retten auch die guten Spielideen nicht.
Wer hingegen eine Mischung aus einem schlechten Rennspiel mit den Sims haben will, kann beruhigt zugreifen.
- Publisher: Atari
- Developer: Eden Games
- Platform: Xbox 360
- Genre: Online Racing Simulation
- Editor rating:

- Release date: 2006-09-06



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